Kardinal Marx feiert 60. Geburtstag "Musterbeispiel für gelungene Integration"

22.09.2013

Mit einem Gottesdienst in der Münchner Kirche St. Sylvester und einem Festakt in der Katholischen Akademie hat die Erzdiözese München und Freising am Samstag den 60. Geburtstag von Erzbischof Kardinal Reinhard Marx begangen. An den Feierlichkeiten nahmen zahlreiche Vertreter von Kirchen, Politik, Wirtschaft und öffentlichem Leben teil.

Eindrucksvolle Stimmung während des Gottesdienstes in der Schwabinger Kirche St. Sylvester (Bild: Klaus Chwalczyk)

München – Er sei ein „Musterbeispiel für gelungene Integration“, so die Worte des bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer nach dem Gottesdienst in St. Sylvester. Marx habe den Satz geprägt, nicht von der Welt, sondern in der Welt und für die Welt zu leben. Genau das praktiziere er in seiner Wahlheimat Bayern, sagte Seehofer den Münchner Kirchennachrichten.

Auf der anschließenden Feier im Kardinal-Wendel-Haus würdigte Seehofer Marx als „großen Botschafter des christlichen Glaubens, einen wahren Hirten und Brückenbauer, einen humorvollen und lebensfrohen Christenmenschen“. „Mit Ihrer Glaubensfreude und Ihrem offenen Geist haben Sie die Bayern längst gewonnen. Wir sind froh, dass wir Sie haben“, betonte Seehofer. Er nannte den Kardinal einen „wortgewaltigen Anwalt der Schwachen“ und dankte ihm besonders für dessen Äußerungen zur Asylpolitik. „Sie haben uns die Augen geöffnet. Wie kann man Menschen, die bei uns Zuflucht suchen, einen menschenwürdigen Aufenthalt gestalten. Wir haben einiges geändert“, sagte Seehofer in seiner Ansprache vor mehr als 200 Gästen.

Seehofer erinnerte außerdem an das Glückwunschschreiben des Kardinals zum Ausgang der bayerischen Landtagswahl, in dem Marx die Staatsregierung zum Lebensschutz, zum Schutz der Familie und zum Einsatz für die Armen, Kranken und Schwachen aufgerufen hatte. „Ich werde mich bemühen mit einem noch zu bestimmenden Kabinett diesen Ihren Wunsch zu erfüllen. Das ist meine Zusage zu Ihrem Geburtstag“, versprach der Ministerpräsident. Er sei sich sicher, dass Marx die Erfüllung dieser Zusage auch einfordern werde.

Kardinal Marx selbst dankte für die zahlreichen Glück- und Segenswünsche. Große Pläne habe er keine, sagte Marx den Münchner Kirchennachrichten. Nur das Gefühl, auf den Ruhestand zuzugehen, habe er nicht. „Ich mache meine Arbeit gerne und gehe davon aus, dass ich viele, viele Jahre weiter Bischof bin“, so Marx. Was noch auf ihn zukomme bestimme der Herr. Er werde es annehmen und versuchen, es in vernünftiger Weise und im Geist des Evangeliums zu gestalten. Dafür bitte er gerade an seinem Geburtstag um Gottes Segen. Rückblickend auf sein Leben sagte Marx, es habe viele schöne Momente gegeben. Einer sei sicherlich die Taufe gewesen, obwohl er sich natürlich nicht mehr daran erinnern könne. Der andere Moment sei der Tag seiner Priesterweihe gewesen. Den habe er im Kreis seiner Familie erleben dürfen. Hier habe er gespürt, dass er „auf der richtigen Spur“ sei und es so weitergehen könne. (ks/emf)

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