Dritter Advent Mut zum Frieden

15.12.2019

Das Friedenslicht von Bethlehem ist in München angekommen. Die Pfadfinder, die es von Wien aus geholt haben, können dabei auf eine stolze Tradition von auch unbequemen Einsatz für Frieden zurückblicken.

Die Flamme wurde in der Geburtsgrotte Jesu entzündet.
Die Flamme wurde in der Geburtsgrotte Jesu entzündet. © Kiderle

München – München – Das Friedenslicht aus Bethlehem hat seinen Weg nach München gefunden. Feierlich empfingen Weihbischof Wolfgang Bischof, der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm und der griechisch-orthodoxe Erzpriester Apostolos Malamoussis es am Sonntagnachmittag gemeinsam mit hunderten Pfadfindern und anderen Gläubigen bei einem ebenso stimmungsvollen wie bewegenden Gottesdienst im Münchner Liebfrauendom.

Dieses Jahr steht die Aktion unter dem Motto „Mut zum Frieden“ und der von den Pfadfindern gestaltete Gottesdienst zeigte schon in den ersten Minuten, dass die Pfadfinder etwas damit anzufangen wussten, als sie das Lied der „Edelweißpiraten“ sangen, einer Gruppe junger Menschen die sich gegen das nationalsozialistische System wehrten.

V. l.: Heinrich Bedford-Strohm, Wolfgang Bischof, Apostolos Malamoussis.
V. l.: Heinrich Bedford-Strohm, Wolfgang Bischof, Apostolos Malamoussis. © Kiderle

Flüchtlingskrise und Klimawandel

Pünktlich zogen die Pfadfinder mit dem Licht ein, das ein Kind in Bethlehem angezündet hat und nun seinen Weg um die ganze Welt macht. Dabei haben die Pfadfinder die Aufgabe es zu transportieren und in die Gemeinden zu bringen. Wie Bedford-Strohm in der Predigt erklärte, sei es die Aufgabe jedes Christen das Licht Jesu Christi weiter zu tragen und so Frieden zu stiften. Der Landesbischof gedachte besonders der Opfer der Flüchtlingskrise, die immer noch im Mittelmeer ertränken, und den Opfern des menschengemachten Klimawandels.

Als das Licht dann von den Zelebranten an die Menschen weitergegeben wurde, war das Gedränge groß. Viele kleine Kinder strömten nach vorne und auch die dem Kindesalter entwachsenen waren sichtlich bewegt, denn für viele hat es eine lange Tradition. Auch für Rebekka Jaumann: Die heute 19-Jährige war bereits im zarten Alter von sechs Wochen das erste Mal mit dabei. Zwar kann sie sich daran nicht erinnern, aber ein paar Jahre später schon. Wie für viele andere auch bedeutet ihr es sehr viel das Friedenslicht in die eigene Gemeinde, Kindergärten und Krankenhäuser zu bringen.

Pfadfinder tragen das Friedenslicht in Gemeinden, Schulen und Krankenhäuser.
Pfadfinder tragen das Friedenslicht in Gemeinden, Schulen und Krankenhäuser. © Kiderle

Hand in Hand

Zum Ende des Gottesdienstes wurde dann auch noch „Nehmt Abschied Brüder“, ein Lied, das der Pfadfinder Claus Ludwig Laue nach schottischem Vorbild dichtete. Welche Bedeutung das Stück für die Pfadfinder hat, zeigte sich auch im Anschluss an den Gottesdienst, als sich draußen noch an die hundert Pfadfinder in einem großen Kreis versammelten und Hand in Hand das Lied sangen.

Das Friedenslicht

Die Aktion "Friedenslicht aus Bethlehem" wurde 1986 vom Österreichischen Rundfunk (ORF) ins Leben gerufen und wird in Bayern von den rund 40.000 Mitglieder zählenden Pfadfinderinnen- und Pfadfinderverbänden getragen. Diese sind die Deutsche Pfadfinderinnenschaft Sankt Georg, die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg, der Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder, der Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder und der Verband deutscher Altpfadfindergilden. (kna)

Der Autor
Thomas Stöppler
Volontär
t.stoeppler@st-michaelsbund.de

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Advent & Weihnachten

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