Landshut Mutter-Kind-Haus der Caritas eröffnet

08.05.2019

Das Angebot wird wirklich gebraucht: Nach langer Planungszeit wurde das Mutter-Kind-Haus eröffnet. Es war und ist vielen vor Ort ein Herzensanliegen.

Stiftspropst Monsignore Franz Joseph Baur segnete die Räume des neuen Caritas-Mutter-Kind-Hauses unter Leitung von Brigitte Ganslmeier (links). © Spanier

Landshut – Eine zu Tränen gerührte Brigitte Ganslmeier und ein, wie er sagte, „ein bisschen aus dem Häuserl“ befindlicher Caritas-Geschäftsführer Ludwig Stangl – ja, es war ein emotionaler Tag der großen Freude, als das Caritas-Mutter-Kind-Haus an der Schönbrunner Straße in Landshut gesegnet wurde. Es ist eine Einrichtung für Schwangere und junge Mütter, die eine intensive Begleitung brauchen. Alle Redner waren voll des Lobes über Ganslmeier, die sich seit mehr als 15 Jahren für dieses Haus einsetzte und nun deren Leiterin geworden ist. Sie war zuvor Leiterin der Caritas-Schwangerenberatung und benannte als ihren Antrieb: „Wir wollen, dass sich die Mutter für ihr Kind entscheidet. Aber dazu müssen wir den Müttern helfen und ihnen manchmal sogar ein Zuhause geben.“

Ein Apfelbäumchen im Gedenken an Stiftspropst Schömann

Das Mutter-Kind-Haus hat eine lange Vorgeschichte. Erste Überlegungen dafür reichen bis ins Jahr 2001 zurück. Denn nach der Gründung der Schwangerenberatungsstelle vor 18 Jahren hätten die Beraterinnen gemerkt, dass für manche Frauen eine solche Einrichtung erforderlich sei. Aus diesem Grund wurde 2003 unter Mithilfe des 2015 verstorbenen Landshuter Stiftspropstes Monsignore Bernhard Schömann die Caritas-Stiftung „Schwangere und Kinder in Not“ gegründet. Deren Ziel war die Errichtung des Mutter-Kind-Hauses. Diese Einrichtung war überhaupt ein Herzensanliegen des verstorbenen Stiftspropstes Schömann. Ganslmeier war sich bei der Eröffnungsfeier sicher: „Er hätte sich sehr über den heutigen Tag gefreut. Er hat vom Himmel aus mitgeholfen.“ Zu Ehren Schömanns wird nun ein Apfelbäumchen mit seinem Namen im Garten des Hauses gepflanzt.

Auf dem Weg zum Mutter-Kind-Haus gab es viele Sternstunden. Allen voran die mehr als 1.300 Einzelspenden von Privatpersonen, Vereinen, Verbänden, Gemeinden und Schulklassen, die dieses Vorhaben erst ermöglichten. Besonders hervorzuheben sind die großzügige Spende der Hilfsaktion „Sternstunden“ des Bayerischen Rundfunks und die von den Ziegelwerken Leipfinger-Bader kostenlos zur Verfügung gestellten Ziegel. Auch das Erzbistum München und Freising und des Bistum Regensburg beteiligten sich. Caritas-Geschäftsführer Stangl brachte das Projekt weiter voran mit seiner Idee, das Mutter-Kind-Haus und den Kindergarten St. Jodok gemeinsam zu bauen.

Betreuung rund um die Uhr

Der Kindergarten befindet sich im zweiten Untergeschoss der Einrichtung. In den Stockwerken darüber ist das Mutter-Kind-Haus mit den acht Appartments für Mütter und Schwangere angesiedelt. Zudem gibt es dort Büros, Spielzimmer, eine Teeküche sowie Wohn- und Esszimmer. Die Mitarbeiterinnen kümmern sich rund um die Uhr um die Bewohnerinnen.

Zahlreiche Redner überbrachten zur Eröffnung die besten Glückwünsche. Stangl sagte ergriffen: „Ich kann es gar nicht glauben, dass wir heute hier stehen.“ Der Regensburger Diözesan-Caritasdirektor Michael Weißmann betonte: „Das Caritas-Mutter-Kind-Haus ist eine gute Nachricht für alle.“ Landrat Peter Dreier (Freie Wähler) bekräftigte: „Ich bin froh, dass wir so eine Einrichtung nun in unserem Landkreis haben.“ Denn bisher habe man die Mütter bis nach Nürnberg oder Rosenheim vermitteln müssen. Oberbürgermeister Alexander Putz (FDP) nannte das Mutter-Kind-Haus einen „bisher fehlenden Baustein im sozialen Netzwerk“. Ganslmeier hatte mit Tränen in den Augen das letzte Wort: „Es fühlt sich an, als ob eine große Wallfahrt zu Ende geht.“

Das Angebot wird wirklich gebraucht

Höhepunkte der Feierstunde waren die symbolische Schlüsselübergabe mit Buchskranzl durch Architekt Peter Leinhäupl vom Architekturbüro Leinhäupl+Neuber sowie die Segnung der Räumlichkeiten durch Stiftspropst Monsignore Franz Joseph Baur. Fünf Mütter leben schon in dem Haus, in den nächsten Tagen zieht die sechste ein. Ganslmeier ergänzte: „Bis August werden wir noch fünf Babys bekommen.“ Das Angebot wird also wirklich gebraucht. (René Spanier)

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