Fairer Handel Nächstenliebe wird zum Trend

17.06.2013

Existenzsichernde Einkommen, ausreichende Gesundheitsversorgung und eine langfristige Zusammenarbeit. Das ist das Fairtrade-Prinzip, nach dem auch der „Fair Trade Shop“ in der Münchner Stachus Unterpassage funktioniert. Die Nachfrage nach fair gehandelten Produkten steigt kontinuierlich.

Der älteste, ganzheitliche Fair-Trade-Laden Münchens (Bild: Sankt Michaelsbund)

Die jüngsten Unfälle in den Nähfabriken in Bangladesh haben zwar zu keinem Käufer-Ansturm geführt. Aber: „Wir haben ein stetiges Wachstum und das wird auch in Zukunft weiter anhalten“, sagt Heiko Harms, Mitbegründer des Fair-Trade-Shops in der Münchner Innenstadt. Ein Jersey-Rock kostet hier 40 bis 50 Euro. Bei großen Modeketten gäbe es den vielleicht schon für 9,90 Euro. Aber: „Bei uns können Sie sich darauf verlassen, dass das Bio-Baumwolle ist und eine große Transparenz über die Bedingungen der Weiterverarbeitung herrscht.“

Bei Fair-Trade geht es um die gesamte Textile Kette: von der Garnproduktion, über die Schneiderei bis zur Konfektion. Das Problem für den Verbraucher: Es gibt zu viele unterschiedliche Siegel. „Wünschenswert wäre es, es gäbe nur noch ein einziges Siegel. Aber das ist in nächster Zukunft nicht realistisch“. Alle Kundentypen kauften in seinem Laden ein, so Harms. Es seien auch Kunden dabei, die sich das nur schwer leisten könnten: „Die entscheiden sich trotzdem dafür, Fair-Trade zu kaufen, dann aber eben nicht so oft.“ Eine höhere Nachfrage, da ist sich Harms sicher, würde die großen Modeketten dazu bewegen, mehr Fair-Trade produzieren zu lassen. Anstelle der Bio-Abteilung im Supermarkt könnte es also in Zukunft Fair-Trade Ecken in großen Modehäusern geben: „Sobald das Geschäft lukrativ wird, sind die dabei.“ (ut)


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