Spirituelle Vorbilder Naturverbundene Heilige

16.04.2021

Umweltschutz und respektvoller Umgang mit Tier und Natur sind schon lange heiße Themen. Drei Heilige können dabei Vorbilder sein.

Statue des Franz von Assisi
Der Heilige Franziskus predigte schon zu seinen Lebzeiten mit dem Sonnengesang Respekt vor der Schöpfung. © bikenbark - stock.adobe.com

Franziskus von Assisi 

Franziskus oder auch Franz von Assisi ist wohl der geläufigste Heilige, den man mit Natur in Verbindung bringt. Sein Sonnengesang, der die Schöpfung preist, ist weithin bekannt. Franziskus wurde um 1181 in Assisi, Italien geboren. Sein Leben als Soldat gab er nach einer Vision von Gott im Traum auf. Er entsagte jeglichem Besitz und wandte sich ganz seinem Glauben zu. In einfachster Kleidung zog er predigend durchs Land und kümmerte sich um Arme und Kranke. Andere schlossen sich ihm an und die Bestätigung ihrer Lebensweise von Papst Innozenz III. führte zur Ordensgründung. Franziskus predigte die Gleichheit von Mensch und Tier und gilt so als einer der ersten Tierschützer. An seinem Gedenktag dem 4. Oktober wird auch Welttierschutz gefeiert. Papst Johannes Paul II. ernannte Franziskus 1980 zum Patron von Umwelt und Ökologie. 

Edigna von Puch 

Die Naturverbundenheit der Heiligen Edigna erinnert an Naturschützer, die sich zum Protest gegen Abholzung an Bäume ketten. So soll sie laut Legende in einer hohlen Linde gelebt haben. Die Heilige wurde um 1055 in Frankreich als Königstochter geboren. Als sie gegen ihren Willen verheiratet werden sollte, floh sie als Pilgerin nach Bayern. In Puch, in Fürstenfeldbruck ließ sie sich nieder. Die Bewohner lehrte sie Lesen und Schreiben, brachte ihnen den Glauben nahe und half bei Sorgen mit dem Vieh. Nach ihrem Tod soll aus ihrer Linde ein heilsames Öl geflossen sein. Bis heute steht eine alte Linde neben der Kirche auf dem Friedhof in Puch. Edignas Gedenktag ist am 26. Februar. 

Wendelin von Tholey 

Wendelin wurde im sechsten Jahrhundert in Irland geboren. Nach einer Pilgerreise nach Rom ließ er sich in Trier als Einsiedler nieder und übernahm Hirtendienste für einen wohlhabenden Edelmann. Der Legende nach trieb er die Tiere weit vom Anwesen seines Herrn weg. Als dieser das bei einem Ausritt bemerkte, wurde er zornig, weil die Tiere nicht rechtzeitig für ein Festmahl zurück sein würden. Doch als der Gutsherr nach Hause kam, war Wendelin mit den Tieren bereits dort. Das beeindruckt ihn zutiefst und er baute Wendelin eine Einsiedelei an der Stelle der heutigen Wendelinkapelle bei St. Wendel. Dort verkündete Wendelin das Evangelium und stand den Menschen bei. Traditionell ist er Patron der Hirten, Herden und Bauern. In jüngster Zeit wird ihm zunehmend auch das Patronat für Natur und Umweltschutz zugesprochen.  

Die Autorin
Valerie Tiefenbacher
Medienmanagerin/Social-Video-Managerin
v.tiefenbacher@st-michaelsbund.de


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