Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen Neue Internetseite zur Zukunft Kloster Reutbergs

04.07.2018

Die Website hat das Erzbistum München und Freising freigeschaltet. Dort ist auch ein Interview mit Generalvikar Peter Beer zu finden. Er bekräftigt darin die Bedeutung von Klöstern für die Gläubigen.

Auf einer Website stehen dem User alle Informationen zur Zukunft des Kloster Reutbergs zur Verfügung.
Auf einer Website stehen dem User alle Informationen zur Zukunft des Kloster Reutbergs zur Verfügung. © AdobeStock/golubovy

München – Das Erzbistum München und Freising geht in der anhaltenden Diskussion über die Zukunft der Klöster und Ordensgemeinschaften in Bayern in die Transparenzoffensive. Die Erzdiözese hat dazu am Mittwoch die Internetseite (reutberg-retten.de) freigeschaltet. Darauf stehen Informationen zur Zukunft des Konvents der Franziskanerinnen auf dem Reutberg im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, über dessen Auflösung eine Entscheidung des Heiligen Stuhls aussteht. Das Erzbistum bekräftigt damit nach eigenen Angaben seine Strategie, die Grundidee der Klöster fortzuführen, auch wenn einzelne geschlossen werden müssen.

Keimzelle des Glaubens

"Klöster sind für die Gläubigen unverzichtbar", erklärte Generalvikar Peter Beer in einem Interview auf der neuen Homepage. "Historisch gesehen sind sie die Keimzelle des Glaubens in unserer Region, aus seelsorgerischer Sicht sind sie wichtige Stützen der Pastoral, in kultureller Hinsicht sind sie prägende Kräfte für das bayerische Oberland, sie sind Kraftorte des Gebets und des Gottesdienstes." Zudem seien Klöster, die oft Schulen betrieben, ein nicht zu unterschätzender Bildungsfaktor und zudem aus karitativem Blickwinkel Anlaufpunkte für Bedürftige und Notleidende.

Generalvikar Peter Beer
Generalvikar Peter Beer © EOM

„Es geht um Heimat“

Beer zeigte Verständnis dafür, dass viele Menschen "mit Trauer und Entsetzen" auf die Auflösung eines Konventes reagierten: "Es geht um Heimat. Es geht um Geborgenheit, Identität, Zusammengehörigkeitsgefühl, Tradition und die eigene Lebensgeschichte." Eine Schließung solle immer die "allerletzte Option" sein. Aber: "Wenn keine oder zu wenige Ordenschristen da sind, kann es auch keine funktionierende Ordensgemeinschaft geben." Deren Erbe könne etwa durch religiöse Wochenenden, theologische Kurse oder Glaubensgespräche, fest angesiedelte karitative Angebote und Seelsorger oder auch ein Museum fortgeführt werden.

Der Vatikan hatte den Franziskanerinnen auf dem Reutberg bereits 2013 mitgeteilt, dass eine Auflösung unvermeidlich sei. Derzeit leben noch zwei Schwestern in dem Kloster; für den Fortbestand müssten es kirchenrechtlich mindestens drei sein. Das Erzbistum München und Freising will das Kloster als geistliches Zentrum erhalten und weiterentwickeln. Erst vergangene Woche hatte eine Unterstützergruppe zum Erhalt des Klosters 6.000 Unterschriften im Erzbischöflichen Ordinariat in München übergeben. (kna)

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Klöster und Orden

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