Dienst in Pfarreien und Pfarrverbänden Neue Pastoralassistenten sind ausgesandt

25.06.2018

Fünf Frauen und drei Männer haben ihren Pastoralkurs erfolgreich abgeschlossen. In der St. Benno-Kirche fand die Aussendungsfeier statt. Das Motto der Feier bezeichnete Weihbischof Haßlberger als „ziemlich mutig“.

Weihbischof Haßlberger hat die neuen Pastoralassistenten ausgesandt.
Weihbischof Haßlberger hat die neuen Pastoralassistenten ausgesandt. © Kiderle

München – Es ist einer der berührendsten und dichtesten Momente der Aussendungsfeier: Einzeln treten die fünf Frauen und drei Männer in der Apsis vor Weihbischof Bernhard Haßlberger. Er überreicht den Pastoralassistenten eine Bibel, nennt sie jeweils beim Vornamen und spricht: „Empfange die Heilige Schrift. Verkünde und lebe das Evangelium Christi, damit Glaube, Hoffnung und Liebe in den Menschen geweckt und gestärkt werden.“ Danach umarmt er die zukünftigen Seelsorgerinnen und Seelsorger herzlich. Still ist es im weiten Raum der mächtigen neuromanischen St. Benno- Kirche mit ihrem großen Reichtum an Figuren und in der Vormittagssonne glitzernden Mosaiken. Die Bedeutung des Augenblicks ist greifbar. Kurz zuvor haben die zukünftigen Seelsorger viermal ihr „Ich bin bereit“ erklärt und dem Weihbischof versprochen, an der „Verkündigung des Evangeliums und am Aufbau der Kirche von München und Freising mitzuwirken“, worauf dieser sie segnet.

Großartige Musik - zusammengestellt von Markus Eham

„Es gibt sie noch, junge Menschen, die sich von Gott in den Dienst nehmen lassen“, hat Ludwig Sperrer, Pfarrer der gastgebenden Benno-Pfarrei, zur Begrüßung gesagt. Und um sie in ihrer Entscheidung zu bestärken und auf ihrem Weg zu begleiten, sind die Gläubigen zahlreich erschienen: die Familien und Freunde der Kandidaten, Gläubige und Seelsorger aus ihren Heimat- und Ausbildungspfarreien, Kollegen aus den Berufsgruppen, auch die drei künftigen Neupriester, die diesen Samstag in Freising geweiht werden. Generalvikar Prälat Peter Beer, Monsignore Klaus-Peter Franzl und Regens Wolfgang Lehner sind als Konzelebranten um den Altar versammelt. Getragen wird die Liturgie des gut 90-minütigen Gottesdienstes auch entscheidend von der großartigen Musik: Professor Markus Eham dirigiert mit heiterer Gelassenheit, eigens hat er Chor und Instrumentalisten zusammengestellt, die Stücke selbst arrangiert.

Professor Markus Eham dirigiert mit heiterer Gelassenheit.
Professor Markus Eham dirigiert mit heiterer Gelassenheit. © Kiderle

Ein „ziemlich mutiges Motto“

Ihre Aussendungsfeier haben die acht Kandidaten mit einem Wort aus dem Matthäus-Evangelium überschrieben: „Sucht zuerst sein Reich – alles andere wird euch dazugegeben.“ (nach Mt 6,33). Für den Weihbischof ein „ziemlich mutiges Motto“, das „kräftig gegen den Strich unseres menschlichen Denkens, auch in der Kirche, bürstet“, wie er in seiner sehr persönlich gehaltenen Predigt bekennt. Und dennoch: Diese Jesus-Wort bilde die Basis unseres Glaubens. Denn es gibt Antwort auf die menschliche Existenz-Angst, diesem „Grundwasser des Lebens“. Alles menschliche Bemühen sei endlich, letztlich könne man sich aus eigener Kraft bei allem Bemühen und Tun keinen letzten festen Halt schaffen. Die Bibel wolle zum Vertrauen führen, dass letztlich Gott alles trage und halte. Auch Jesus, der selbst als Wanderprediger das Land von Ort zu Ort durchzogen habe, habe sein Leben in die Hand Gottes gelegt: bis zum Tod am Kreuz. „Und Gott hat ihn nicht verlassen“, erklärt Weihbischof Haßlberger. Er ermuntert die Pastoralassistenten, selbst diesen „Weg des Vertrauens“ einzuschlagen, „Schritt für Schritt“, um so in ihrer Arbeit die Menschen auch auf diesen Weg und somit von der Angst zum Gottvertrauen führen und begleiten zu können.

Ein sehr schönes Fest

Nach der Eucharistiefeier dürfen die neuen Seelsorger auf dem Kirchenvorplatz und beim anschließenden fröhlichen Empfang im benachbarten Pfarrzentrum viele Glückwünsche entgegennehmen. „Dieser Gottesdienst hat mir Mut gemacht. Ich fühle mich wirklich getragen“, bekennt Kerstin Englmeier (27), die im Pfarrverband Obergiesing arbeitet. „Das war rundum gelungen, ich bin bestärkt für meinen Dienst“, freut sich Tobias Lechner (28), der im Pfarrverband Königsdorf-Beuerberg zum Einsatz kommen wird. Und Clara Schönfelder (25), die zu ihrer Berufseinführung nun in den Pfarrverband Menzing im Münchner Westen wechselt, bringt es für alle auf den Punkt: „Ich bin im positiven Sinn aufgekratzt. Das war wirklich ein sehr schönes Fest.“

Der Autor
Florian Ertl
Münchner Kirchenzeitung
f.ertl@st-michaelsbund.de


Das könnte Sie auch interessieren

v.l. Robert Berger, Pater Stefan Maria Huppertz, Gregor Schweitzer
© SMB/Sichla/privat

Leben als Priester Schon mal geschämt, Teil der katholischen Kirche zu sein?

Ein zukünftiger Priester, ein aktiver Pfarrer und ein Geistlicher im Ruhestand stellen sich den Fragen zu ihrer Berufung, ihren Zweifeln und der Zukunft der Kirche.

26.06.2018

© SMB/Ertl

Aussendung Pastoralassistenten Interesse an Gott und den Menschen

Am Samstag werden zwei jungen Frauen und ein junger Mann bei einem Gottesdienst in Neufahrn bei Freising als Pastoralassistenten ausgesandt. Vorab waren Magdalena Dobler, Christina Petersen und Raoul...

23.06.2017

Kardinal Marx mit den angehenden Pastoralreferenten: Er ist dankbar für diese Berufsgruppe.
© Lehmann

Aussendung Pastoralassistenten Dieser kirchliche Beruf ist bei Frauen sehr gefragt

Ein weiterer Meilenstein zum Beruf des Pastoralreferenten ist vollbracht. Für vier Frauen und einen Mann steht jetzt die Zeit als Pastoralassistenten an. Kardinal Marx hat ihnen dazu folgendes auf den...

24.06.2016

Aussendungsgottesdienst der neuen Pastoralassistenten Gut vorbereitet für neue Herausforderung

Sieben angehende Pastoralreferenten starten in ihren letzten Ausbildungsabschnitt. Unter ihnen auch die 26-jährige Rebecca Holzer aus dem Landkreis Freising. Im September werden sie und ihre Kollegen...

20.06.2014

Jetzt neu für Rosenheim: Der mk-online Newsletter

Wir informieren Sie über Aktuelles, Gottesdienste, besondere Veranstaltungen und Neues aus Religion und Gesellschaft.
Jetzt abonnieren