Die vielfältige Natur erkunden Neue Pilgerwege im Landkreis Garmisch-Partenkirchen

31.08.2020

Eine artenreiche Natur- und Kulturlandschaft gibt es auf vier neuen Pilgerwegen zu entdecken. Benjamin Schwarz hat sie konzipiert und gibt den Pilgern auch spirituellen Proviant mit auf den Weg.

Ein Holzpfeiler mit Bank, im Hintergrund Wiese und Berge
Der Benediktweg führt die Pilger zu den Ammerquellen und endet am Kloster Ettal. © Regina Wahl-Geiger

Garmisch-Partenkirchen – Mit dem spannenden Titel „Biologische Vielfalt trifft Schöpfungsspiritualität“ ist seit Mai ein neues Buch auf dem Markt. Autor Benjamin Schwarz, Geschäftsführer des Katholischen Bildungswerks Garmisch-Partenkirchen, beschreibt hier vier von ihm neu konzipierte Pilgerwege im Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Vor drei Jahren erhielt das Kreisbildungsamt die Anfrage, am Projekt Alpenflusslandschaften bei der Behandlung der Themen Biodiversität und Schöpfungsspiritualität mitzuarbeiten. Besser konnte für Benjamin Schwarz, studierter Biologe und auch Theologe, das Thema gar nicht formuliert werden und arbeitet an dem Projekt mit.

Wege sind nach Heiligen benannt

Im Rahmen dieser Arbeit kam ihm die Idee, vier Pilgerwege im Landkreis Garmisch-Partenkirchen unter den Gesichtspunkten biologische Vielfalt, aber auch spiritueller Natur zu verbinden. Und das ist ihm mehr als gut gelungen. „Ich habe den Wegen Namen von Patronen gegeben“, sagt Schwarz, der auch Führungen auf den Pilgerwegen anbietet. So gibt es einen Hildegardweg nach Hildegard von Bingen, einen Benediktweg, in Anlehnung an den emeritierten Papst Benedikt XVI., einen Franziskusweg, nach Franz von Assisi und eine Etappe führt über den bekannten Jakobsweg.

Die Natur und ihre Vielfalt steht natürlich im Vordergrund, wenn Benjamin Schwarz die einzelnen Stationen auf den jeweiligen Pilgerwegen beschreibt. Besondere Landschaftsmerkmale wie typische Pflanzen und Tiere werden ausführlich und anschaulich aufgezeichnet. Das Buch sollte man folglich dabei haben, wenn man die Wege im Sinne des Autors beschreiten möchte. Es gibt aber auch für jeden Pilgerweg einen kleinen Flyer, erhältlich beim Kreisbildungsamt in Garmisch-Partenkirchen, der den Wanderer begleitet und in Kürze die wichtigen Merkmale des jeweiligen Weges anschneidet.

Zu den Buckelwiesen, Ammerquellen oder der Partnachklamm

Zwischen 15 und 25 km lang sind die Pilgerwanderungen, die keine Rundwege sind, aber es bestehen Busverbindungen zu den entsprechenden Startpunkten. Noch sind die Wege nicht so markiert, wie Benjamin Schwarz sich das vorgestellt hat. Er wartet noch auf eine Genehmigung. Den Jakobsweg zeichnet natürlich die weiße Jakobsmuschel auf blauem Grund. Dem Benediktweg hat Schwarz einen Bischofsstab zugeordnet. Den Franziskusweg möchte er mit einer Sonne kennzeichnen und den Hildegardweg mit einer weißen Blume auf grünem Grund.

Benjamin Schwarz führt die Wanderer an landschaftlich wunderschöne Stellen. Auf dem Jakobsweg kommt man unter anderem an die für die Gegend um Mittenwald so berühmten Buckelwiesen vorbei. Der Benediktweg führt bei Ettal zu den Ammerquellen und endet am Kloster Ettal. Auf dem Franziskusweg läuft man von Eschenlohe zu den sieben Quellen im Loisachtal und der Hildegardweg verläuft von Schloß Elmau beginnend durch felsiges Gelände bis hin zur wilden Partnachklamm.

Geistliche Impulse

Aber das Besondere auf diesen Wegen ist nicht nur die artenreiche Natur- und Kulturlandschaft. Schwarz gibt dem Pilger auch sogenannten spirituellen Proviant mit inspirierenden Zitaten der vier Patrone als geistlichen Impuls mit. „Jedes Wesen ist mit einem anderen verbunden und jedes Wesen wird durch ein anderes gehalten“ liest man ein Zitat von Hildegard von Bingen, wenn man die Zirben-Latschen-Zone im schroffen Wettersteingebirge passiert hat. Und Benjamin Schwarz regt den Wanderer dann zur Reflexion an. „Womit fühle ich mich verbunden? Wie gestalte ich die Beziehungen zu dem, was mich umgibt?“ Die Verbundenheit mit der Natur und der Schöpfung ist auf jedem dieser besonderen Pilgerweg spürbar. (Regina Wahl-Geiger)

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Pilgern: Der Weg ist das Ziel

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