Katholische Einrichtung Neuer Chefarzt für Kinderklinik in Aschau

14.04.2018

Walter Strobl aus Wien leitet seit dem 1. April das renommierte Orthopädiezentrum für Kinder in Aschau. Als das Angebot kam, musste er nicht lange überlegen. Er will die gute Arbeit seines Vorgängers fortführen und hat einige Ideen für die Zukunft.

Walter Strobl ist der neue Chefarzt der Kinderklinik in Aschau.
Walter Strobl ist der neue Chefarzt der Kinderklinik in Aschau. © Foto Wilke, privat

Aschau – Lange ist Walter Strobl noch nicht in Aschau, und doch kennt er die Kinderklinik schon sehr gut. Bei einem Rundgang durch die Räume grüßt er freundlich seine Kollegen, auch die Patienten und deren Eltern bekommen ein Lächeln geschenkt. Der neue Chefarzt scheint sich wohlzufühlen und umgekehrt kennen die Menschen hier ihn auch schon ganz gut.

Katholisch geprägt

Obwohl Walter Strobl sein früherer Job als Leiter der Neuro- und Orthopädieabteilung im fränkischen Rummelsburg gut gefallen hat, war es für ihn keine Frage, als die Kinderklinik in Aschau bei ihm angefragt hat. „Es war eine sehr fruchtbare Arbeit in Rummelsburg“, so der Mediziner. „Aber jetzt hatte ich die Chance zurück an eine katholische Einrichtung zu kommen.“ Die Kinderklinik in Aschau befindet sich in der Trägerschaft der katholischen Jugendfürsorge des Erzbistums München und Freising.

Schon früher hat Strobl in kirchlichen Einrichtungen gearbeitet. Außerdem sei er sehr katholisch erzogen worden. „Die christliche Wertewelt ist daher für mich nichts Neues“, sagt er. Und sie sei ein wichtiger Teil seiner Arbeit. Er schätzt, dass die Patienten in Aschau immer auch als Menschen mit all ihren Wünschen und Ängsten wahrgenommen würden. Denn genau das sei auch seine Herangehensweise an seinen Job.

Die Kinderklinik in Aschau vor dem Panorama der Chiemgauer Alpen.
Die Kinderklinik in Aschau vor dem Panorama der Chiemgauer Alpen. © KJF

Große Erfahrung

Das Besondere an der Arbeit mit Kindern sei, dass sie immer ehrlich sagen würden, was sie sich wünschen und es einfach schön sei, sie auf dem Weg zu einem besseren Leben zu begleiten. In Aschau werden Patienten mit angeborenen und erworbenen Störungen des Bewegungsapparats behandelt, also Kinder mit Behinderungen, Sitzproblemen und Bewegungsstörungen. Walter Strobl hat in diesem Bereich viel Erfahrung. 20 Jahre lang leitete er die entsprechende Abteilung einer Klinik in Wien, eher sich 2013 auf den Weg nach Rummelsburg machte.

In Aschau ist Strobl vor allem von der fortschrittlichen Technik begeistert. Im Ganganalyselabor blüht er richtig auf und erklärt mit leuchtenden Augen, wie hier mit modernen Infrarotkameras ein genaues Bild des Bewegungsablaufs eines Kindes erstellt wird. Damit kann man die passgenaue Therapie bestimmen. All das mache die Kinderklinik so einzigartig – die Ausstattung, das professionelle Team, die schöne Landschaft. Schließlich liegt die Kinderklinik im malerischen Ambiente der Chiemgauer Alpen. Walter Strobl kommt regelrecht ins Schwärmen. Den Kindern werde der Krankenhausaufenthalt, der ja nie schön sei, so angenehm wie möglich gemacht.

In die Zukunft

Ausdrücklich lobt Walter Strobl auch die Arbeit seines Vorgängers Leonhard Döderlein, mit dem er in der Vergangenheit schon gut zusammengearbeitet habe. Als sein Nachfolger will der Wiener die Klinik jetzt in die Zukunft führen. Dazu will er die verschiedenen Fachbereiche der Klinik noch besser vernetzen und die Forschung vorantreiben. Außerdem möchte er ein internationales Büro gründen, um noch besser vernetzt zu sein und sich besser um die ausländischen Patienten kümmern zu können. Denn im kleinen Städtchen im Chiemgau lassen sich Kinder aus aller Welt behandeln. Deren Eltern wissen um den guten Ruf, den die Kinderklinik Aschau genießt.

Renommierte Einrichtung

Die Kinderklinik in Aschau gibt es in ihren Ursprüngen seit 1917. Heute ist sie die wohl einzige Einrichtung in Mitteleuropa, die sich auf Diagnostik und Therapie von angeborenen und erworbenen Fehlbildungen der Extremitäten, Störungen des Bewegungsapparates sowie neuroorthopädischen Erkrankungen spezialisiert hat. Die Klinik verfügt über 70 Betten. Das 15-köpfige Ärzteteam, Physiotherapeuten, Krankenpfleger, Ergotherapeuten, sowie Orthopädie- und Rehatechniker behandeln im Jahr etwa 7000 Patienten aus aller Welt.

Der Autor
Lukas Schöne
Radio-Redaktion
l.schoene@st-michaelsbund.de


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