Ein Zeichen der Hoffnung Neuer Kardinalstaatssekretär

18.09.2013

Für die einen hat es schon zu lange gedauert – für die anderen war der Zeitpunkt noch vor dem ersten Treffen der Kardinalsversammlung zu früh: Papst Franziskus hat mit seiner ersten wichtigen Personalentscheidung – wieder einmal – überrascht.

Monsignore Thomas Frauenlob hat von 2006 bis 2013 in der Vatikanischen Bildungskongregation in Rom gearbeitet. Im Oktober wird er der neue Pfarrer von Berchtesgaden. (Bild: Münchner Kirchenzeitung)

Zum Ausgangspunkt: Kritik an der Amtsführung des bisherigen Kardinalstaatssekretärs Tarcisio Bertone wurde immer lauter, selbst Kardinäle äußerten sich kritisch. Unter seiner Führung häuften sich in der zentralen Behörde des Heiligen Stuhles Missgriffe, Ungeschicklichkeiten und Intransparenz. Irgendwie verständlich: Bertone absolvierte keine diplomatische Ausbildung, kam von „außen“ und hatte letztlich wenig Fortune.

Der Kardinalstaatssekretär ist der engste Mitarbeiter des Papstes. Mit Piero Parolin hat Papst Franziskus wohl einen Glücksgriff getan. Er durchlief die Laufbahn eines päpstlichen Diplomaten und gelangte schon sehr schnell in außerordentlich wichtige Ämter. Als „stellvertretender Außenminister“ leistete er exzellente Arbeit, bevor er auf den derzeit schwierigen Posten als Päpstlicher Nuntius in Venezuela entsandt wurde. Gerade die Ruhe um seine Arbeit in einem politisch schwierigen Land zeigt seine diplomatischen Qualitäten. Der neue Kardinalstaatssekretär genießt aus der Zeit in der Kurie höchstes Ansehen im diplomatischen Corps des Heiligen Stuhles, er gilt als diskret, unabhängig, effizient in seiner Arbeitsweise und verbindlich im Umgang. Seine persönliche Frömmigkeit ist glücklich verbunden mit einer unprätentiösen Art, die dem Inhaber einer hohen Position bestens ansteht, ja vielleicht sogar eine entscheidende Voraussetzung dafür darstellt.

Diese Ernennung setzt die Linie konsequent fort, die Papst Franziskus für die Führung der Kirche wünscht: tief gläubige, kompetente und bescheidene Hirten – wie er es selbst vorlebt. Parolins Ernennung ist ein Zeichen der Hoffnung – nicht nur für die päpstliche Diplomatie.

Monsignore Thomas Frauenlob hat von 2006 bis 2013 in der Vatikanischen Bildungskongregation in Rom gearbeitet. Im Oktober wird er der neue Pfarrer von Berchtesgaden.

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