KLJB stellt Aufgaben Neustart für die kommunale Jugendpolitik

02.03.2020

Die Katholische Landjugendbewegung (KLJB) sieht die kommende Kommunalwahl in Bayern als Chance für eine jugendgerechte Zukunft und gibt der Politik zehn Aufgaben mit.

Maria Stöckl und Benedikt Brandstetter
KLJB-Landesgeschäftsführerin Maria Stöckl und Landesvorsitzender Benedikt Brandstetter engagieren sich für ien bessere Jugendpolitik. © Tammena

Bei der Kommunalwahl in Bayern am Sonntag, 15. März, werden rund 40.000 Mandate vergeben. Das bedeutet auch zahlreiche Möglichkeiten für mehr Jugendbeteiligung, Jugendpolitik und Nachhaltigkeit. Als Vertretung der Interessen der Landjugend formuliert die Katholische Landjugendbewegung Bayern (KLJB) zehn Aufgaben für die Kommunalpolitik:

1. Jede Gemeinde braucht mehr Mittel und neue Orte für Jugendpolitik
Jede Gemeinde ist in der Verantwortung, eine eigenständige Jugendpolitik zu gestalten und Räume, mehr Personal und neue Institutionen der Jugendpolitik wie Ortsjugendbeiräte oder Jugendparlamente mit politischen Anhörungsrechten zu schaffen. Jede Gemeinde soll verpflichtet werden, Jugendversammlungen oder andere Beteiligungsformate zu organisieren.

2. Jung und ökologisch – Mobilität auf dem Land!
Jede Kommune braucht eine Strategie für bessere ÖPNV-Angebote auf dem Land (Rufbusse, Anrufsammeltaxis, Bürgerbusse, Car-Sharing, Mitfahrgelegenheiten) sowie einen Ausbau von Fahrradwegen.

3. Junges Wohnen auf dem Land – Bedarfsgerechte Wohnraumplanung
Die KLJB fordert bezahlbare, flexible und mehr Wohnungen auf dem Land. Junges Wohnen auf dem Land heißt auch, nach anderen Wohnformen zu suchen, beispielsweise Haus-im-Haus-Bau oder Mehrgenerationenhäuser.

4. Junges Ehrenamt stärken – kein Engagement verhindern!
Die ehrenamtliche Arbeit in Vereinen und Verbänden muss wirksam gefördert und unterstützt werden, Räume für Jugendarbeit müssen kostenlos zur Verfügung stehen. Bürokratische Hürden sollen abgebaut werden.

5. Bayern heißt christliche Willkommenskultur und echte Integration
Die KLJB fordert Integrationsprojekte, die junge Menschen als interkulturelles Lernen gestalten. Sie fordert auch von den Gemeinden, Städten und Landkreisen klare Zeichen der christlichen Willkommenskultur.

6. Kommunen steuern die Nachfrage – regional, ökologisch und fair geht vor!
Regional, ökologisch und fair erzeugte Lebensmittel müssen bei kommunalen Veranstaltungen und Einrichtungen Vorrang haben. Regionale Direktvermarktung ist zu fördern.

7. Flächenverbrauch begrenzen – Land gewinnen!
Die KLJB Bayern fordert eine Senkung des Flächenverbrauchs in Bayern auf unter 5 ha/Tag. Besonders die Gemeinden sind beim Planen und Bauen gefordert, Flächenverbrauch zu vermeiden, nachhaltiges Flächenmanagement zu betreiben und der Innenentwicklung Vorrang einzuräumen.

8. Klare Klimaziele in der Kommunalpolitik setzen!
Die KLJB Bayern fordert, so früh wie möglich einen 100-Prozent-Anteil erneuerbarer Energien zu erreichen. Der Energieverbrauch kann und muss so bald wie möglich beim Strombedarf und im Wärmebereich gesenkt werden.

9. Politische Bildung für Demokratie und Toleranz
Die KLJB erwartet mehr Förderung bürgerschaftlichen Engagements für Demokratie und Toleranz und gegen Menschenfeindlichkeit. Zudem plädiert sie für mehr medienpädagogische Angebote für junge Menschen, damit politische Beteiligung und kritische Medienkompetenz auch in ländlichen Räumen gestärkt werden.

10. Jugendbeteiligung gesetzlich verankern – Wahlrecht ab 14
Die KLJB Bayern fordert, die Jugendbeteiligung in der Bayerischen Verfassung zu verankern. Eine zentrale Frage ist dabei das aktive Wahlrecht mit Stimmrecht bei Bürgerversammlungen ab 14 oder als Kompromiss ab 16 Jahren.

Nähere Ausführungen zu diesen zehn Aufgaben und weitere Informationen zur anstehenden Wahl finden Sie auf der Website der Landjugendbewegung Bayern.


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