Kardinal Marx zur Jugendarbeitslosigkeit Nicht reden, handeln

06.07.2013

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat die politisch Verantwortlichen in Europa zu konkreten Maßnahmen gegen die Jugendarbeitslosigkeit aufgerufen. "Reden allein hilft niemandem", heißt es in einem Radiobeitrag von Marx, der am Samstag im Bayerischen Rundfunk gesendet wird.

Jugendarbeitslosigkeit (Bild: bluedesign - Fotolia)

Die Zahl arbeitsloser Jugendlicher sei in Griechenland mit 60 Prozent "unfassbar hoch", aber auch in Spanien, Portugal, Italien, der Slowakei und Zypern ein großes Problem. Die von der EU geplante Unterstützung müsse "für jeden einzelnen Jugendlichen spürbar sein". Der Kardinal erinnerte daran, dass hinter den Zahlen einzelne Menschen stünden, die sich das Land ihrer Geburt nicht ausgesucht hätten. Auch sei keiner von ihnen verantwortlich "für die wirtschaftlichen und politischen Entscheidungen, die diese Misere verursacht haben".

Eine Mitschuld treffe die Finanzwirtschaft. "Wer gegen ein Land spekuliert, spekuliert letztlich gegen die Menschen in diesem Land", kritisierte Marx. Es sei "ganz einfach ungerecht", aus solchen Geschäften Gewinne zu ziehen. - Der Münchner Erzbischof ist auch Präsident der EU-Bischofskommission COMECE.(kna)

Jetzt neu für Rosenheim: Der mk-online Newsletter

Wir informieren Sie über Aktuelles, Gottesdienste, besondere Veranstaltungen und Neues aus Religion und Gesellschaft.
Jetzt abonnieren