Papst Franziskus über Familienplanung Nicht "wie Kaninchen" vermehren

21.01.2015

Mit seinem Vergleich aus der Tierwelt löste Papst Franziskus in den Medien ein wahres Beben aus. Auf dem Rückflug von seiner Philippinen-Reise hatte sich der Papst nämlich zum Thema Familienplanung geäußert. Wörtlich sagte er: "Einige glauben - entschuldigt bitte das Wort - um gute Katholiken zu sein, müssen wir sein wie Kaninchen, nicht wahr?"

Papst Franziskus (Bild: imago)

Vatikanstadt - Katholiken müssen sich nach den Worten von Papst Franziskus nicht "wie Kaninchen" vermehren. In manchen Fällen sei es unverantwortlich, weitere Kinder zu bekommen, sagte der Papst am Montag auf dem Flug von Manila nach Rom vor mitreisenden Journalisten. Nötig sei vielmehr eine "verantwortete Elternschaft".

"Manche glauben, um gute Katholiken zu sein, müssen man, entschuldigt das Wort, sein wie Kaninchen. Nein!", sagte der Papst wörtlich. Es gehe vielmehr um "verantwortete Elternschaft". Zugleich betonte er, "Offenheit für das Leben" sei eine Bedingung für eine christliche Ehe sei.

Sieben Kinder durch Kaiserschnitt

Als Beispiel berichtete der Papst von einer Frau, die sieben Kinder durch Kaiserschnitt geboren hatte und ein achtes erwartete. "Wollen Sie sieben Waisen zurücklassen? Das heißt Gott herausfordern", habe er der Schwangeren gesagt. Die Kirche biete Ehepaaren Hilfe unter anderem durch Elternberatung. Zugleich seien Kinder für viele Arme "ein Schatz". Bei aller Vernunft dürfe die Aufopferungsbereitschaft vieler Mütter und Väter nicht vergessen werden.

Ausdrücklich nahm Franziskus seinen Vorgänger Paul VI. (1963-1978) in Schutz, der das Verbot künstlicher Verhütungsmittel ausgesprochen hatte. Dieser Papst sei nicht "antiquiert", sondern habe einen "weltweiten Neo-Malthusianismus" vorausgesehen. Franziskus bezog sich damit auf die These von Thomas Robert Malthus (1766-1834) von einer drohenden Überbevölkerung. Paul VI. sei "ein Prophet" gewesen.

Franziskus wies damit den Vorwurf zurück, die katholische Kirche fördere durch ihre Ablehnung künstlicher Verhütungsmethoden die Armut in armen Ländern.  (kna)


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