Niko Sommer und der Traum von den Paralympics

23.03.2018

Niko Sommer galt lange als Nachwuchshoffnung der deutschen Ski-Elite. Doch dann kommt alles anders: Bei einem Trainig stürzt er schwer und ist seither querschnittsgelähmt. Doch die Hoffnung, und vor allem das Skifahren, gibt er nicht auf und kämpft sich auf dem Monoski zurück auf die Piste.

Niko Sommer fährt die Piste hinab
Niko Sommer fährt die Piste hinab © SMB/Fleischmann

Berchtesgaden – Mit rund 40 Stundenkilometern rauscht Niko Sommer die Piste hinunter. Der Schnee wirbelt hinter ihm auf und seine Kurven hinterlassen Schlangenspuren am Abhang. Er fokussiert sich auf den kommenden Hang und elegant meistert er das letzte Stück Piste zum Schlepplift. Spätestens da braucht er die Hilfe seiner Mutter, den Niko Sommer ist querschnittsgelähmt. Sein Ski ist ein Monoski – eine Sonderanfertigung für Rollstuhlfahrer.

Wenn ein Unfall alles und gleichzeitig nichts ändert

Vor zehn Monaten sieht Nikos Leben noch anders aus. Er gilt als Skihoffnung und bereitet sich an der Christophorusschule des CJD Deutschlands in Berchtesgaden auf eine Karriere als Profiskifahrer vor. Mit bis zu 140 Sachen rast er die Pisten hinunter und hat einen festen Platz im Ski-Kader. Doch dann kommt der verhängnisvolle Unfall am Kaunertaler Gletscher. Bei einer Trainingsfahrt stürzt er schwer und erhält die Diagnose Querschnittslähmung.

Viele Menschen zerbrechen an einem solchen Schicksal. Nicht so Niko. „Die erste Reaktion war schon ein Schock“, sagt er, „ich glaube sogar nochmal mehr für meine Familie als für mich selbst.“ Doch die Hoffnung verlieren kommt für Niko nicht in Frage. „Ich musst halt lernen damit zurechtzukommen. Aber ich will ein ganz normales Leben führen, wie jeder andere eben auch.“

Der Autor
Lukas Fleischman
Radio-Redaktion
l.fleischmann@st-michaelsbund.de


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