Neuer Generalvikar Wolfgang Rösch Normalität ins Bistum Limburg bringen

30.10.2013

Wolfgang Rösch ist der neue Limburger Generalvikar. Er will nach dem monatelangen Gerangel um die Kosten für den neuen Amtssitz von Bischof Tebartz-van Elst wieder etwas Ruhe in das angeschlagene Bistum bringen.

Im Bistum Limburg soll es etwas ruhiger werden (Bild: Fotolia.com)

Limburg - Der neue Limburger Generalvikar Wolfgang Rösch sieht seine Hauptaufgabe als kommissarischer Leiter des Bistums Limburg darin, die Verwaltungsgeschäfte fortzuführen und Ruhe und Normalität in das Bistum zu bringen. Es gebe einen Vertrauensverlust im Bistum, die Situation sei fast psychotisch, sagte Rösch am Mittwoch vor Journalisten in Limburg. Es gelte, die Menschen zu ermutigen, offen und angstfrei miteinander zu kommunizieren, und etwas Gemeinsames aufzubauen. "Wenn ich mich als Erlöser des Bistums Limburg sähe, müsste ich verrückt werden", so Rösch.

Am Montag hatte Rösch, der Wiesbadener Stadtdekan ist, seine Arbeit als Generalvikar in Limburg aufgenommen und sich auch den Mitarbeitern der Bischöflichen Verwaltung und des Caritasverbandes vorgestellt. Er war am Mittwoch vergangener Woche von Papst Franziskus mit sofortiger Wirkung zum Generalvikar für das Bistum Limburg und zum Leiter des Bistums in Vertretung des umstrittenen Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst (53) berufen worden. Dem unter anderem wegen seiner Amtsführung und der Baukosten in Höhe von 31,5 Millionen Euro für seinen Bischofssitz auf dem Limburger Domberg in die Kritik geratenen Oberhirten gewährte der Papst eine zeitlich nicht näher bestimmte Auszeit. Der Vatikan teilte dazu mit, im Bistum Limburg sei es zu einer Situation gekommen, in der Tebartz-van Elst "seinen bischöflichen Dienst zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht ausüben kann".

Rösch kündigte auf der Pressekonferenz an, dass die letzte Sitzung der von der der Deutschen Bischofskonferenz eingerichteten Kommission zur Prüfung der Baukosten Ende Januar anstehe. Der Papst hatte Tebartz-van Elst die Auszeit "in Erwartung der Ergebnisse" dieser Prüfung gewährt. Zur Frage nach einer eventuellen Rückkehr von Tebartz-van Elst nach Limburg sagte Rösch, er könne das schwer sagen, habe auch nicht darüber zu entscheiden. Er gab an, in telefonischem Kontakt mit dem Bischof zu stehen. Die Gespräche seien rein persönlicher Natur.

Nach Röschs Angaben steht das römische Dekret zu seiner Ernennung zum Generalvikar noch aus. Aus einem Schreiben der zuständigen Kleruskongregation, in dem das Dekret angekündigt werde, gehe hervor, dass er die Rechte, Pflichten und Vollmachten habe, die das Kirchenrecht für das Amt des Generalvikars vorsehe, dass er aber "allein und ausschließlich" dem Heiligen Stuhl informations- und rechenschaftspflichtig sei. (kna)

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