Bestattungen Obermenzinger kämpfen um alten Friedhof

01.11.2014

Die Kirche St. Georg in Obermenzing hat keinen Friedhof. Wegen einer Renovierung wurden in den 60er Jahren Kreuze und Grabsteine abgebaut. Nun kämpft die Pfarrgemeinde um ihren alten Friedhof. Doch das Städtisches Bestattungsamt und auch das Wasserwirtschaftsamt unterstützen das Vorhaben nicht.

(Bild:imago)

München – Die Pfarrgemeinde St. Georg in Obermenzing möchte ihren alten Friedhof wieder nutzen. Aufgrund einer Renovierung in den 60er Jahren mussten die Grabsteine und Kreuze abgebaut werden. Jetzt kämpft die Pfarrgemeinde um die Nutzung des Friedhofs. Dieser liegt direkt an der Kirche  in unmittelbarer Nähe der Würm. In der Nähe zu dem Fluss sehen das Städtische Bestattungsamt und das Wasserwirtschaftsamt das Problem, so Helmut Stephinger von der Kirchenverwaltung gegenüber den Münchner Kirchennachrichten. Bei Hochwasser beziehungsweise steigendem Grundwasser sähen sie die Gefahr, dass Reste der Verstorbenen ins Grundwasser gelangen. Stephinger hält die Bedenken für unnötig: Denn der Friedhof läge 1,50 – 2 Meter höher als das Flußbett und die Friedhofsmauer würde das Wasser abhalten.

Der Tod gehört ins Dorf

Der Friedhof liegt direkt an der Kirche, neben dem Wirtshaus, mitten im Dorf. Für Pfarrer Hans Günther Stahlschmid ist das genau der richtige Ort für eine Ruhestätte: Der Friedhof gehört ins Dorf, genauso wie der Tod zum Leben dazugehört. Deshalb befürtwortet er, dass der alte Friedhof wieder genutzt wird. Insgesamt hatte der Friedhof 80 Grabstellen. Die letzte Beerdigung fand vor knapp 100 Jahren statt. Doch Pfarrer Hans Günther Stahlschmid bekommt schon jetzt viele Anfragen. Sowohl die Nachkommen derer, die da begraben liegen als auch neue Obermenzinger, die sich mit der Kirche verbunden fühlen wollen dort ihre letzte Ruhestätte finden. (br/kas)


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