Michaelsbund-Treffen in Regensburg Öffentliche Büchereien im Fokus

19.10.2018

Der Landesverband des Sankt Michaelsbunds trifft sich aktuell zu seiner Mitgliederversammlung in Regensburg. Auch ein Treffen mit Bischof Rudolf Voderholzer steht auf dem Programm.

Der blau-weiße Engel ist das Markenzeichen des Sankt Michaelsbunds.
Der blau-weiße Engel ist das Markenzeichen des Sankt Michaelsbunds. © SMB

München/Regensburg – Der Landesverband des katholischen Medienhauses Sankt Michaelsbund hält noch bis Samstag seine Mitgliederversammlung in Regensburg ab. Im Mittelpunkt steht dabei die diözesane und landesweite Büchereiarbeit, die überwiegend von Ehrenamtlichen geleistet wird. In Bayern betreut der Michaelsbund rund 1.100 öffentliche Büchereien.

Gerade in ländlichen Gebieten mit verwaister Infrastruktur seien Büchereien heute weniger ein "Lagerort für Bücher", sondern vielmehr wichtige "Treffpunkt- und Begegnungsorte", betont Michael Sanetra, der beim Sankt Michaelsbund die bibliothekarischen Betreuungsbereiche verantwortet. Büchereien seien damit längst ein "weicher Faktor" für die Wirtschaft und die Ansiedelung von Betrieben.

Zielpublikum erreichen

In Zeiten des Internets und von Social Media sei das Buch natürlich nicht mehr das "Leitmedium" früherer Tage. Aber auch die öffentlichen Büchereien würden sich die neuen Plattformen zunutze machen, um auf ihre Angebote hinzuweisen. "So können sie auch sehr genau ihr Zielpublikum erreichen", sagt Sanetra. Darüber hinaus stellt er aber klar: "Natürlich müssen die Bibliotheken ihre Nutzer auch noch mehr an die digitalen Angebote und elektronischen Medien heranführen."

Zuschüsse zurückgefahren

Sorgen bereitet Sanetra die finanzielle Ausstattung der Büchereien. Die staatlichen Zuschüsse seien seit 2003 in Bayern "gnadenlos" zurückgefahren worden. Bei Diskussionen zur Bildungspolitik würden die öffentlichen Büchereien meist nicht vorkommen. "Im Finanzausgleichsgesetz für die Kommunen werden zum Beispiel öffentliche Gebäude wie Konzertsäle, Theater oder Hallenbäder gefördert - aber nicht die öffentlichen Bibliotheken", erklärt Sanetra. Er hoffe, dass durch Beteiligung der Freien Wähler an einer möglichen Koalition im Landtag wieder Bewegung in die Sache komme.

Auf dem Programm der Mitgliederversammlung steht auch ein Bischofsempfang durch den Regensburger Oberhirten Rudolf Voderholzer. Dabei werden verdiente Mitglieder des Michaelsbunds geehrt sowie die Regensburger Diözesanstellenleiterin Ursula Pusch verabschiedet. Sie ist Ansprechpartnerin für die rund 1.400 Büchereimitarbeiter in der Diözese Regensburg. (ksc/chm)


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