Blühender Friedhof Öko-Nische zwischen Gräbern

28.07.2021

Auf dem Friedhof in Mittergars blüht und summt es in allen Ecken. Als ein Refugium für Insekten und Pflanzen leistet das Gelände auch einen Beitrag für den Naturschutz.

Bunte Blumen und im Hintergrund ein Grabkreuz.
Bunte Blumen verwandeln den Friedhof in einen farbenfrohen Ort. (Archivbild) © locrifa - stock.adobe.com

Mittergars -  Die fröhlichen Farbtupfer auf dem Friedhofsgelände sind schon eine ganz besondere Sache, die viele in Mittergars (Dekanat Waldkraiburg) zu schätzen wissen. Gerade wenn die Margeriten und der Klee blühen, verwandelt sich der Friedhof in ein buntes Gemälde. „Wir wollen einfach Leben auf den Gottesacker bringen“, betont Kirchenpfleger Georg Suittenpointner und ergänzt: „Die Wiese soll natürlich zudem als Refugium für Schmetterlinge und Insekten dienen.“

Ein Beitrag für den Naturschutz

Und hier punktet das rund 500 Quadratmeter große Natur-Grundstück in der Tat. Es summt und brummt an allen Ecken rund um Kirche und Gräber. So ist die kleine Öko-Nische nicht nur ein Blickfang, sondern darüber hinaus ein wertvoller Beitrag für den Naturschutz. Das insektenfreundliche Fleckchen Erde verdankt sein Entstehen Hildegard Bäumler, die vor rund zehn Jahren auf den Gedanken kam, Blumen und Gräser einfach wachsen zu lassen. Wenn der Begriff „Friedhofsgärtnerin“ auch nicht direkt passt, so betreute Bäumler doch jahrelang das Areal. Aufgrund ihres Alters tritt die Mittergarserin jetzt kürzer. Das Mähen auf dem Friedhof übernimmt nun Matthias Schmid. Der 19-Jährige rückt der Wiese erst dann zu Leibe, wenn die Blumen verblüht sind, damit im nächsten Jahr die Blütenpracht wieder bestaunt werden kann.

Praktischer Nutzen

Mesnerin Petra Eder sieht die Blühstreifen aus einer eher praktischen Perspektive. „Ein frischer Strauß Margeriten zur Erstkommunion oder an Fronleichnam macht in der Kirche schon was her.“ Kirchenpfleger Suittenpointner spricht von der Bewahrung der Schöpfung und davon, dass die Öko-Nische frischen Wind auf den Friedhof bringt. Wie er betont, werden weder Dünger noch Spritzmittel verwendet. Natur pur also und ein Dorfidyll, das sich zur Nachahmung empfiehlt. (Huckemeyer)



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