Projekt zum Reformationsjubiläum Ökumene neu erleben

14.07.2016

Am 31. Oktober 2016 beginnen die großen Feierlichkeiten zum 500-jährigen Jubiläum der Reformation, das Katholiken und Lutheraner erstmals gemeinsam begehen. Zahlreiche Veranstaltungen widmen sich deutschlandweit diesem Thema. Auch im Erzbistum startet ein Projekt, das auf die Mitwirkung der Pfarreien setzt.

Die Statue des Reformators Martin Luther auf dem Rathausplatz in Wittenberg. (Bild: imago)

Am 31. Oktober 2017 ist es 500 Jahre her, dass der Augustinermönch Martin Luther seine Thesen an die Schlosskirche in Wittenberg genagelt hat. Damals war das der Anfang der Spaltung, heute beginnt ab 31. Oktober 2016 das große Reformationsgedenken, das beide Konfessionen erstmals gemeinsam begehen.

Das Projekt „2017 weiter sehen“ der Erzdiözese stimmt auf die Feierlichkeiten ein: Eine Vielfalt von Initiativen und Veranstaltungen widmen sich dem Thema Reformation, wobei jede Pfarrei aufgerufen ist, selbst Vorschläge einzubringen und Aktionen durchzuführen. Ziel ist, „die Chance aufzugreifen, die Ökumene zu stärken und gemeinsam die Kraft des christlichen Glaubens in der heutigen Zeit erfahrbar zu machen“, erläutert der Leiter des Fachbereichs Ökumene im Ordinariat, Florian Schuppe. „2017 weiter sehen“ meint, „den Blick zu weiten, auf das, was damals historisch gewesen ist, über das, was unsere Aufgabe ist, auf die Zukunft“. Der Projektleiter freut sich über die sehr gute Resonanz: Es gebe „eine große Bereitschaft, sich diesem Thema zu widmen. Ich bin sehr positiv überrascht, welche Dynamik das Thema entfaltet“, erzählt Schuppe. Das Projekt lade ein, das Reformationsgedenken unter verschiedenen Aspekten zu betrachten: erstens Geschichte gemeinsam neu zu erzählen, zweitens Räume der Versöhnung zu eröffnen, drittens die Kraft der Ökumene neu erlebbar zu machen und viertens den Glauben heute und morgen noch einmal zu fokussieren.

Die Homepage sowie das Weiter-Sehen Magazin (über die Homepage kostenlos abrufbar) zeigen die Fülle an Möglichkeiten auf: Vom Rundgang durch die eigene Ortsgeschichte auf der Suche nach evangelischen Wurzeln bis hin zu Erzähl-Cafés. Los geht es am Freitag, 15. Juli, um 18 Uhr im Kulturzentrum Giesinger Bahnhof in München (Giesinger Bahnhofplatz 1): Fünf „Erlebnis-Tage“ mit dem Theologen und Innovationsberater Benjamin Koch, dem Münchner Stadtjugendpfarrer Tobias Hartmann und Sebastian Zink vom Diözesanrat der Katholiken der Erzdiözese bieten die Gelegenheit, Gesprächspartner und Ideen für eigene Initiativen kennenzulernen und sich mit anderen zu vernetzen. Am Freitag, 22. Juli, findet um 15 Uhr in St. Michael (Neuhauser Straße 6) ein „Erlebnis-Tag Geschichte“ statt. Am Samstag, 17. September, kann man sich in Rosenheim ab 10.30 Uhr auf einen „Pilgerweg der Versöhnung“ vom Pfarrheim Pang (Panger Straße 11) zur Wallfahrtskirche St. Johann Baptist/Heiligenkreuz in Westerndorf (Am Wassen 70) begeben. (taw)

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Einfach Leben: Weiter sehen – wie begehen wir Katholiken das Reformationsjubiläum. Mit Florian Schuppe vom Fachbereich Ökumene.

gesendet am 12. Juli


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