Der Weg der Hoffnung im Münchner Norden Ökumenisch Radfahren

06.07.2017

Der Pilgerweg "Macht Barmherzigkeit. Weg der Hoffnung im Münchner Norden" veranschaulicht an sieben Stationen die sieben Werke der Barmherzigkeit und zeigt ein ökumenisches München.

Der Weg der Hoffnung
Im Hintergrund Station 3 © SMB/Würschinger

München – Der Radweg wurde 2010 für den 2. Ökumenischen Kirchentag in München entworfen. Die Idee hat aber ein anderer Weg gegeben: Nämlich die Wilhelm-V.-Achse, eine historische, nicht mehr existierende Route, auf der Herzog Wilhelm V. Mitte des 16. Jahrhunderts Jesuiten aus Ingolstadt nach München geholt hatte, um die Reformation zu bekämpfen. Diese "Machtachse" von damals würde heute quer zum Radweg liegen. Sie gibt diesem Radweg aber seine Botschaft mit: er soll Christen nicht spalten, sondern verbinden.

Die sieben Werke der Barmherzigkeit

Bei der Konzeption des Weges haben sich die Macher auf ein Thema geeinigt: Die sieben Werke der Barmherzigkeit. Sie unterstreichen das soziale Engagement katholischer wie auch evangelischer Einrichtungen im Norden Münchens. Dabei sind neben Pfarreien, ein Wohnstift, die Diakonie und das Caritas Zentrum München-Nord. An jeder der sieben Stationen steht ein Kunstwerk mit dem Titel der Station - z.B. Hungrige speisen oder Kranke pflegen - und mit einem floralen Motiv. An der ersten Station "Gefangene befreien" rankt sich metallener Efeu als Zeichen der Hoffnung um einen Bildstock.

Die sieben Werke der Barmherzigkeit leiten sich aus dem Neuen Testament ab. Jesus führt seinen Jüngern vor Augen, wonach ein Mensch beurteilt wird, nämlich nach seinen Taten der Nächstenliebe: Hungrige speisen, Durstige tränken, Fremde beherbergen, Nackte kleiden, Kranke pflegen, Gefangene befreien und Tote begraben.

Es gibt keine Tafeln, die die Verbindung zwischen der jeweiligen Station und dem entsprechenden Werk der Barmherzigkeit erläutern. Laut Caritasleiter Hubert Schmitt, einem Mitinititiator, geht es vordergründig darum, dass sich jeder Radlpilger Zeit nimmt und darüber nachdenkt, inwiefern das jeweilige Werk in seinem Leben eine Rolle spielt. "Wo erlebe ich Gefangenschaft um mich herum oder was kann ich tun, um andere daraus zu befreien? Manchmal ist es ja nur ein Lächeln - wenn mir jemand begegnet, der einsam oder traurig ist" schlägt Hubert Schmitt zur Station "Gefangene befreien" vor.

Siebte und letzte Station: Allianz Arena

Wer den Weg der Hoffnung komplett abfährt, sollte rund drei bis vier Stunden einplanen. Denn er führt entlang der Panzerwiese über den Stadtteil Hasenbergl, nach Süden zurück in den Bezirk Lerchenau und dann nach Osten über Freimann bis zur Heiligkreuz-Kirche nach Fröttmaning. Ausgeschildert oder markiert ist die Route leider nicht. Entweder schließt man sich einer Führung an, oder besorgt sich die Broschüre zum Weg der Hoffnung. Am Ende wird man mit einem Ausblick auf die Allianz Arena belohnt und der ein oder andere ist sicher um einige Eindrücke vom Münchner Norden reicher.

Das Münchner Kirchenradio stellt am Donnerstag die Ökumene in den Mittelpunkt. Da können Sie zum Beispiel hören, wie Kollege Ralph Würschinger den Weg der Hoffnung abgefahren ist. Außerdem werden Ihnen evangelische Kirchen in München vorgestellt und in der "Einfach Leben"- Sendung geht es um die Frage "Bringt das Reformationsgedenken die Ökumene voran?"

Der Autor
Ralph Würschinger
Radio-Redaktion
r.würschinger@st-michaelsbund.de


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