Herbstvollversammlung Freisinger Bischofskonferenz Offen und angstfrei

08.11.2018

Zum Abschluss der Herbstvollversammlung der Freisinger Bischofskonferenz sprach der Vorsitzende Kardinal Reinhard Marx über die Ergebnisse der zweitägigen Beratungen

Kardinal Reinhard Marx (Mitte) bei der Pressekonferenz zum Abschluss der Herbstvollversammlung der bayerischen Bischofskonferenz
Kardinal Reinhard Marx (Mitte) bei der Pressekonferenz zum Abschluss der Herbstvollversammlung der bayerischen Bischofskonferenz © Kiderle

München – Der Münchner Generalvikar Peter Beer wird mit sofortiger Wirkung neuer Vorsitzender des Stiftungsrates der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU). Er folgt auf den Augsburger Weihbischof Anton Losinger, der das Amt seit November 2014 ausgeübt und nun auf eigenen Wunsch hin niederlegt hat. Das teilte der Vorsitzende der Freisinger Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, vergangene Woche zum Abschluss der Herbstvollversammlung der bayerischen Bischöfe mit. Die KU sei heute wieder in ruhigem Fahrwasser. Mit der Wahl von Generalvikar Beer setze man auf Kontinuität, hieß es in einer Erklärung. Dieser gehört dem Stiftungsrat seit 2010 als stellvertretender Vorsitzender an, von 2008 bis 2010 war er Vorsitzender des Stiftungsvorstands.

Bei den zweitägigen Beratungen in der Katholischen Akademie in Bayern wurden zudem die Ergebnisse der vergangenen Jugendsynode im Vatikan (wir berichteten) besprochen. Kardinal Marx, einer der Synoden-Teilnehmer, sagte, allen sei deutlich sei geworden, dass sich die Kirche verändern müsse, damit sie von jungen Menschen stärker angenommen werde. „Positiv überrascht“ sei er gewesen, dass das Thema Synodalität so stark betont worden sei. Dies sei ein ermutigendes Zeichen und für die Zukunft der Kirche von außerordentlicher Wichtigkeit.

Glaubwürdigkeit wird eingefordert

Insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen Herausforderungen durch die Missbrauchsfälle stünden Themen wie der Umgang mit Sexualität und Homosexualität, die Rolle der Frau und der Zölibat für die Jugendlichen wie für die ganze Kirche auf der Tagesordnung, betonten die Bischöfe. Diese Themen müssten „offen und angstfrei“ angesprochen werden. Zudem seien Glaubwürdigkeit und Authentizität „bis hinein in den persönlichen Lebensstil eines jeden von uns“ die Voraussetzungen dafür, dass die Kirche das Evangelium überzeugend lebe, unterstrich der Kardinal.

Austausch mit katholischen Laien

Gast bei den Beratungen war das Präsidium des Landeskomitees der Katholiken in Bayern. Mit ihm habe es „von kritischer Solidarität geprägte Gespräche“ gegeben, sagte Kardinal Marx. Er kündigte an, dass die Bischöfe in Zukunft häufiger den Austausch mit katholischen Laien suchen wollten.

Des Weiteren gaben die Bischöfe grünes Licht für einen neuen Bachelorstudiengang zur Hebammenkunde an Katholischen Stiftungshochschule München (KSH). Als Träger der kirchlichen Hochschule reagiere man damit auf die Notwendigkeit, den Hebammenberuf an die wachsenden Anforderungen durch gesellschaftliche Veränderungen und medizinischen Fortschritt anzupassen. Das Studium solle Hebammen ermöglichen, sich auf Basis des christlichen Menschenbildes professionell zu orientieren und zu verhalten. Als erste Hochschule in Bayern führt die KSH ab dem Wintersemester 2019/20 den sieben Studiensemester umfassenden Studiengang in Kooperation mit der Ludwig-Maximilians-Universität und der Technischen Universität in München ein.

Der Autor
Florian Ertl
Münchner Kirchenzeitung
f.ertl@st-michaelsbund.de


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