Malteser Besuchsdienste "Ohne Malteser hätten manche nichts zu essen"

05.05.2017

Immer mehr ältere Menschen sind auf Hilfe angewiesen. Senioren mit wenig Geld trifft es besonders hart. Die Malteser versuchen mit Besuchsdiensten zu helfen. Wer davon profitiert, lesen Sie hier.

v.l.: Alexandra Vachon, Baronin Freyberg © SMB/Schmid

München - Eine warme Mahlzeit am Tag ist für viele selbstverständlich. Für immer mehr ältere Menschen kann das aber auch ein echtes Problem sein. Entweder ist nicht genügend Geld da, oder man ist einfach nicht mehr in der Lage sich etwas zu kochen. Um diesen Menschen zu helfen, haben die Malteser die Mahlzeitenpatenschaften ins Leben gerufen. Mit Einzelspenden oder auch Großspenden von Firmen werden die Patenschaften finanziert, erklärt die Diözesanleiterin der Malteser im Erzbistum München und Freising, Baronin Stephanie Freifrau von Freyberg, im Münchner Kirchenradio. Die Kunden, die Essensfahrer Alfred Mattes in Schwabing beliefert, sind zufrieden. "Ohne Malteser hätten manche Leute nichts zu fressen", erzählt ein Kunde auf seiner Tour. Außerdem bringt Alfred Mattes immer noch ein wenig Zeit mit. Zehn Minuten einfach nur zuhören, das muss schon mal drin sein.

Die neue Sendung "Malteser Momente" im Münchner Kirchenradio berichtet ausführlich über die Malteser Besuchs- und Begleitungsdienste. Am Sonntag sind Baronin Freyberg und Alexandra Vachon dort ab 14.00 Uhr zu Gast. Das Münchner Kirchenradio hat Essensfahrer Alfred Mattes auf seiner Tour begleitet, die Reportage hören Sie ebenfalls in den "Malteser Momenten". Die Sendung mit den Maltesern läuft zukünftig immer am zweiten Sonntag im Monat. Zu hören im Großraum München auf DAB+, im Webradio oder als Download auf der Homepage des Münchner Kirchenradios.

Neben der Altersarmut ist die Einsamkeit das zweite große Problem, mit dem viele Senioren zu kämpfen haben. Alexandra Vachon hat sich entschlossen, auf Betroffene zuzugehen und ihnen einen Teil ihrer Freizeit zu schenken. Bei den Maltesern hat sie sich dafür als Ehrenamtliche für den Besuchsdienst ausbilden lassen. Einmal die Woche besucht sie eine ältere Dame für ein bis zwei Stunden. Sie ratschen und trinken Tee. Durch die vielen Besuche ist zwischen den beiden mittlerweile ein herzliches Verhältnis entstanden, erzählt Vachon. Die Münchnerin schätzt auch die Lebenserfahrung der älteren Dame und holt sich bei ihr gerne einen Rat. Sie bekomme viel mehr zurück, als sie geben kann, erklärt Vachon.

Für Baronin Freyberg sind Helferinnen wie Alexandra Vachon echte Glücksfälle. Denn insgesamt es werde immer schwerer, Ehrenamtliche für die Besuchs- und Begleitungsdienste zu finden. Gerade jüngere Menschen ließen sich oft nur noch auf kürzere Projekte ein, beim Besuchsdienst sei es dagegen wichtig, dass man sich langfristig verpflichte. Die Betroffenen bräuchten eine kontinuierliche Betreuung durch dieselbe Person. Und dennoch: obwohl es immer schwieriger wird Freiwillige zu finden, ist das Angebot bei den Malteser Besuchs- und Begleitungsdiensten so groß wie nie zuvor. Ganz neu ist zum Beispiel der Besuchsdienst mit Hund. Der Hund sei eine sehr treue Seele, das gebe den Betroffenen ein schönes Gefühl, erklärt Baronin Freyberg. Mit Blick auf die Bedürfnisse der Menschen werde es bei den Besuchsdiensten auch in Zukunft immer wieder neue Angebote geben, ist sich die Baronin sicher. (Paul Hasel)

Der Autor
Paul Hasel
Radio-Redaktion
p.hasel@st-michaelsbund.de


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