Beratung bei Ehe-, Familien- und Lebensfragen Online-Hilfe bei Streit mit dem Partner

28.04.2017

Es ist 22 Uhr abends, es gab mal wieder einen riesigen Streit mit dem Partner, die Kinder waren anstrengend und der Alltag scheint nicht zu bewältigen. Zu einer Beratungsstelle zu gehen ist tagsüber nicht möglich. Auf Hilfe muss aber nicht verzichtet werden. Die Ehe-, Familien- und Lebensberatung der Erzdiözese München und Freising hat dafür das passende Angebot.

Anonym und schnell- in Krisen von zu Hause aus die Online-Beratung nutzen.
Anonym und schnell- in Krisen von zu Hause aus die Online-Beratung nutzen. © drubig-photo,fotolia.com

München/Traunstein - Online-Beratung ist ein Bereich, den die Ehe-, Familien- und Lebensberatung im Erzbistum München und Freising schon einige Jahre anbietet und der von vielen dankend angenommen wird. Die einen nutzen diesen Weg, weil sie nur spät abends Zeit haben, wenn Beratungsstellen längst geschlossen haben, die anderen, weil es anonymer ist und die Hemmschwelle damit nicht so hoch ist. Oder, weil ein Problem, eine Sorge oder Angst ganz akut auftritt. Ein weiterer großer Vorteil der Online-Beratung – sie ist nicht ortsgebunden, auch deutschsprachige Beratungssuchende, die beispielsweise vorübergehend im Ausland leben, können sie nutzen.

Anonymität hilft zur Offenheit

Ulrike Weidinger-Harrer ist Online-Beraterin und Leiterin der Beratungsstelle in Traunstein. Sie sieht viele Vorteile in der Online-Beratung. Zwar sei es erst mal natürlich auch für die Beraterin ungewohnt, das Gegenüber nicht zu sehen, keine Gestik und Mimik wahrnehmen zu können, aber es gäbe eben auch viel Positives. So kämen Klienten beim Schreiben oft schneller auf den Punkt und trauten sich auch Themen anzusprechen, die sie mündlich oft nicht sagen würden, weil es ihnen unangenehm sei. Das sei ein großer Pluspunkt, meint die Beraterin. Das Internet sei anonym, so würden Probleme oft viel direkter geschildert und es sei für viele Hilfesuchende leichter, der Beraterin dabei nicht Angesicht zu Angesicht gegenüberzusitzen.

Auch der Prozess des Schreibens sei oft hilfreich, so Ulrike Weidinger-Harrer. Denn er führe beim Betroffenen manchmal durch Selbstreflexion schon zu mehr Klarheit. Wer niederschreibt, was für Probleme und Konflikte er hat, setze sich damit auseinander und zwar anders als er das in Gedankenspiralen täte. Durch das Schreiben bringe er Kontrolle und Struktur in Gedanken und Dinge. Das sei oft sehr hilfreich und der Betroffene entwickle selbst bereits Lösungsansätze.

Keine langen Wartezeiten

Beratungsschwerpunkte sind Hilfe bei Problemen in Ehe, Partnerschaft und Sexualität, bei Familienkrisen, bei Trennung und Scheidung und anderen Lebensproblemen. Wie lange die Anschreiben ausfallen, ist sehr unterschiedlich. Manchmal wird eine konkrete Frage gestellt, manchmal gibt es lange Schreiben, die viele unterschiedliche Fragen aufwerfen.

Eine Antwort bekommt man bei der Beratungsstelle innerhalb von drei Tagen – eventuelle lange Wartezeiten auf einen Termin treten so nicht auf. Sollte das Einhalten dieses Zeitraums einmal gar nicht möglich sein, so Weidinger-Harrer, schreibe sie selbst zumindest eine kurze Antwort, teile mit, dass sie die Anfrage gelesen habe und bald mit einer ausführlichen Antwort auf den Hilfesuchenden zurückkomme. Je nach Problem ist auch ein mehrfacher Kontakt möglich und sinnvoll. Während es für manche Probleme schon nach einer Beratung einen Lösungansatz gäbe, würde sie mit anderen merhfach hin- und herschreiben. Je nach Porblem könne sie gegebenfalls an ein anderes Hilfsangebot weiterleiten.

Neben der Email-Beratung gibt es auch eine Einzelchatberatung. Die ist natürlich noch direkter und unmittelbarer. Dafür ist die Vereinbarung eines Termins nötig. Im Jahr 2016 wurde die Online Beratung von 796 Klienten genutzt. (Stefanie Schmid)


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