Obdachlosigkeit Oper am Münchner Hauptbahnhof

20.11.2018

Mit der „Oper für Obdach“ am Münchner Hauptbahnhof soll auf die dramatische Situation vieler Wohnungsloser aufmerksam gemacht werden. Die Idee dazu hatte der Bariton Christoph von Weitzel.

"Oper für Obdach" am Berliner Hauptbahnhof 2017 mit Bariton Christoph von Weitzel.
"Oper für Obdach" am Berliner Hauptbahnhof 2017 mit Bariton Christoph von Weitzel. © imago

München – Premiere für den Münchner Hauptbahnhof: In seinem Zwischengeschoss wird am 23. November die "Oper für Obdach" aufgeführt. Veranstalter ist das Münchner Netzwerk Wohnungslosenhilfe. Der Bariton Christoph von Weitzel interpretiert auf seine Weise den bekannten Liederzyklus "Die Winterreise" von Franz Schubert. Geschildert wird bei den Aufführungen, wie Menschen ohne eigenes Verschulden wohnungslos werden und was mit ihnen geschieht, wenn sie von anderen ausgegrenzt und ohne Schutz und Hilfe ihrer Not überlassen werden.

Auftritte in verschiedenen deutschen Städten

Die Idee dazu hatte Weitzel bereits 2006. Seither gastiert der Künstler in Zusammenarbeit mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe in verschiedenen deutschen Städten mit diesem Werk, um auf die Situation der wohnungs- und obdachlosen Menschen aufmerksam zu machen. Der Sänger studierte bei Barry Mora an der Oper Frankfurt, bei John Lester in den USA und bei dem österreichischen Opernsänger Walter Berry. Sein Repertoire erstreckt sich von Oper bis Konzert. Besonders ist er dem Lied verbunden.

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Das Münchner Netzwerk Wohnungslosenhilfe veranstaltet diese "Oper für Obdach" im öffentlichen Raum, um eine breite Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren, wie es in der Ankündigung heißt. Durch die Unterstützung der Deutschen Bahn und ihrer gleichnamigen Stiftung sowie der Bereitschaft von Weitzel sei es dem Netzwerk gelungen, das Stück im Münchner Hauptbahnhof aufzuführen.

Aus der Perspektive von Betroffenen

In den Pausen zwischen den Aufführungen werden sich zwei Erzählerinnen, die Schauspielerin Tinka Kleffner und die Geschichtenerzählerin Silvia Angel, in die Perspektive von Betroffenen begeben. Sie wollen schildern, wie Wohnungslosigkeit entsteht und Betroffene ihre Situation erleben. Gefördert wird das Projekt zudem vom Verein "Musik ins Leben". Zum Münchner Netzwerk Wohnungslosenhilfe gehören unter anderem der Katholische Männerfürsorgeverein, der Sozialdienst katholischer Frauen und das Evangelische Hilfswerk. (kna)

Die „Oper für Obdach“ ist am 23. November 2018 jeweils um 13 Uhr, 14 Uhr, 15 Uhr und 16 Uhr im Zwischengeschoss des Münchner Hauptbahnhofes beim Abgang zur S-Bahn zu sehen. Der Eintritt ist frei.

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