Katholischer Militärbischof Overbeck rät zu kritischer Prüfung von Auslandseinsätzen

12.01.2016

Auch im Kampf gegen den islamistischen Terror sollten Auslandseinsätze der Bundeswehr nach Ansicht des katholischen Militärbischofs Franz-Josef Overbeck immer wieder neu überdacht werden. Das halte er für "sehr wichtig", sagte er der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Militärbischof Franz-Josef Overbeck
Militärbischof Franz-Josef Overbeck (Bild: KMBA/Doreen Bierdel)

Beirut/Berlin – Zugleich betonte Overbeck, dass sich die strategisch-militärischen Herausforderungen angesichts der zunehmenden Globalisierung gewandelt hätten. Es gebe kaum noch lokal begrenzte Aufgaben, weil fast alles in größeren Zusammenhängen stattfinde. "Und hier leisten unsere Soldaten auch einen wichtigen Dienst im Sinn einer weltweiten Solidarität mit den Opfern von Krieg und Terror."

Der Militärbischof äußerte sich anlässlich eines Besuchs von deutschen Soldaten, die im Rahmen des UNIFIL-Einsatzes auf Zypern und im Libanon tätig sind. Die Beobachtermission der UN im Libanon wurde 1978 ins Leben gerufen und ist damit eine der ältesten noch aktiven Missionen. Sie läuft unabhängig vom Ende 2015 beschlossenen Syrien-Einsatz der Bundeswehr.

Gleichwohl beobachteten auch die deutschen UNIFIL-Soldaten die Lage in und um Syrien sowie die Spannungen zwischen dem Iran und Saudi-Arabien sehr genau, sagte Overbeck. "Und das lässt keinen völlig kalt - bei aller Routine und Professionalität im alltäglichen Einsatz." Als Militärbischof habe er bei seinem Besuch zuallererst eine klare seelsorgerliche Botschaft vermitteln wollen: "Wir als Kirche stehen auf Eurer Seite - egal, was auch kommen mag." Die Militärseelsorger vor Ort verstünden sich als Ansprechpartner und hätten stets ein offenes Ohr "natürlich auch für Andersgläubige oder Menschen ganz ohne Religion". (kna)

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