Letzte Reisestation Papst besucht Mauritius

09.09.2019

Auch beim letzten Stop seiner Südostafrikareise wird Papst Franziskus schon von unzähligen Gläubigen erwartet. Eine Messe und Treffen mit Vertretern aus Politik, Kirche und Zivilgesellschaft stehen auf dem Programm.

Papst Franziskus bei der Ankunft in Mauritius, dem letzten Stop seiner Südostafrikareise.
Papst Franziskus bei der Ankunft in Mauritius, dem letzten Stop seiner Südostafrikareise. © kna

Antananarivo/Port Louis – Als letzte Station seiner Südostafrika-Reise fliegt Papst Franziskus am Morgen auf die Insel Mauritius. Dort stehen eine Messe sowie Begegnungen mit den Spitzen von Politik, Kirche und Zivilgesellschaft auf dem Programm. Tausende Inselbewohner und Pilger aus dem südlichen Afrika trafen in den vergangenen Tagen in der Hauptstadt Port Louis ein. Erwartet werden auch Einwohner des französischen Überseedepartements der Seychellen.

Kardinal Maurice Piat von Port Louis sieht in dem knapp zwölfstündigen Besuch einen "Moment der Brüderlichkeit und Gemeinschaft für unsere Nation". Der mauritische Jesuit Georges Cheung zeigte sich zuversichtlich, dass die Anwesenheit des Papstes den Politikern eine Gelegenheit biete, "ihre Parteipolitik zu überwinden".

Harmonisches Zusammenleben der Religionen

Die Inselrepublik Mauritius vor der Ostküste Afrikas im Indischen Ozean hat rund 1,3 Millionen Einwohner auf 2.000 Quadratkilometern; das ist etwas weniger Fläche als das Saarland. Rund 68 Prozent der Mauritier sind indischer Abstammung (vorwiegend Hindus und Muslime), 27 Prozent Kreolen (afrikanische Herkunft, vor allem Christen). Das Zusammenleben zwischen den diversen Religionen und Ethnien gilt als harmonisch.

Die frühere britische Kolonie ist seit 1968 unabhängig, seit 1992 Republik. Die parlamentarische Demokratie gilt als beispielhaft für Afrika. Mit einem Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt von 10.000 bis 11.000 US-Dollar pro Jahr zählt der Inselstaat zu den Ländern mit mittlerem Einkommen und zur Spitzengruppe in Afrika.

Solidarität mit Vertriebenen

Bei der Papstmesse am Vormittag soll eine vertriebene Familie von den Chagos-Inseln Papst Franziskus am Altar assistieren. Sie des Archipels waren in den 1970er Jahren von der Inselgruppe im Indischen Ozean vertrieben worden, als Großbritannien sein Überseegebiet an die USA verpachtete. Seitdem befindet sich eine US-Militärbasis in dem früheren Tropenparadies. Beobachter werten die Einbeziehung der Familie vor diesem Hintergrund als symbolische Aktion. - Nach einer Übernachtung in Madagasakar kehrt der Papst am Dienstag nach Rom zurück. (kna)


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