Vatikan Papst ernennt neue Kardinäle

28.06.2018

Diese 14 Männer hat Papst Franziskus zu Kardinälen erhoben.

Die Kopfbedeckung eines Kardinals: das rote Birett.
Die Kopfbedeckung eines Kardinals: das rote Birett. © AdobeStock/Stephen

Vatikanstadt– Papst Franziskus hat am Donnerstag 14 Kirchenvertreter zu Kardinälen erhoben. Bei einem Gottesdienst im Petersdom setzte er ihnen das rote Birett auf und steckte ihnen den Kardinalsring an die rechte Hand. In seiner Predigt erinnerte der Papst die neuen Purpurträger an die Mahnung Jesu: "Wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein." Die Autorität der Kirche wachse mit ihrer Fähigkeit, die Würde des anderen zu fördern. Keiner dürfe sich "für etwas Besseres" halten, keiner auf andere herabschauen.

Zu den neuen Kardinälen gehören unter anderen der irakische Patriarch Louis Raphael I. Sako aus Bagdad, Erzbischof Joseph Coutts aus Karachi/Pakistan, Erzbischof Desire Tsarahazana aus Toamasina in Madagaskar und Osakas Erzbischof Thomas Aquino Manyo Maeda. Aber auch Bischöfe aus Kolumbien, Mexiko und Peru sowie Italien und Spanien sind darunter.

Was ist ein Kardinal?

Ein Kardinal ist der höchste katholische Würdenträger nach dem Papst. Das Wort "Kardinal" leitet sich vom lateinischen Wort "cardo" (Türangel) ab. Das Kardinalskollegium ist das wichtigste Beratergremium des Papstes. Zudem hat es die Aufgabe, für die Papstwahl zu sorgen. Der Papst bestimmt die Kardinäle frei.

In den Kardinalsstand erhob der Papst auch den Leiter seines Almosenamtes, Erzbischof Konrad Krajewski, sowie die Kurienerzbischöfe Luis Ladaria, Präfekt der Glaubenskongregation, und Giovanni Angelo Becciu, den künftigen Leiter der Heiligsprechungskongregation und Sondergesandten beim Malteserorden. Auch der Vertreter des Papstes im Bistum Rom, Erzbischof Angelo De Donatis, wurde Kardinal.

Vitalität der Kirche

Die Herkunft der 14 neuen Kardinäle aus elf Ländern zeige die Vitalität und Universalität der Kirche, sagte Patriarch Sako als Sprecher der Ernannten. Eigens erwähnte er die Glückwünsche von Muslimen, die ihn erreicht hätten. Diese hätten "ihre Bewunderung für die Offenheit der Kirche" zum Ausdruck gebracht sowie für die beständige Nähe des Papstes zu "den Menschen mit ihren Sorgen, Ängsten und Hoffnungen". Sako erinnerte zudem an das Leid der Christen, die im Nahen Osten, in Pakistan und andernorts unter Krieg und Extremismus litten.

Ein Kandidat aus dem deutschsprachigen Raum ist nicht unter den Neuen. Mit den Ernennungen steigt die Zahl der zur Papstwahl berechtigten Kardinäle auf 125; weitere 101 haben die Altersgrenze von 80 Jahren bereits überschritten.

Besuch bei Benedikt XVI.

Am Donnerstagabend haben die neuen den früheren Papst Benedikt XVI. (2005-2013) besucht. Unmittelbar nach dem Gottesdienst seien sie mit zwei Minibussen ins Kloster "Mater Ecclesiae" in den Vatikanischen Gärten gefahren, um ihn dort zu treffen, teilte der Vatikan im Anschluss mit. In der Klosterkapelle hätten Benedikt XVI. und die Kardinäle gemeinsam ein Ave Maria gebetet. Nach einigen kurzen Grüßen und dem Segen des emeritierten Papstes seien sie in die Synodenaula und den Apostolischen Palast zurückgekehrt. Dort wollten die Kardinäle in verschiedenen Räumen jeweils ihre Gäste empfangen. Am Freitag feiert der Papst mit den neuen Kardinälen auf dem Petersplatz die Messe zum Fest Peter und Paul. (kna)


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