Auslandsreise Papst nach Kolumbien aufgebrochen

06.09.2017

Zum fünften Mal reist Franziskus nach Lateinamerika. Auf seiner Reise wird er 21.000 Kilometer zurücklegen. Im Mittelpunkt steht die Versöhnung zwischen dem Staat und der linken FARC-Guerilla.

Papst Franziskus vor seinem Abflug nach Kolumbien.
Papst Franziskus vor seinem Abflug nach Kolumbien. © imago

Vatikanstadt – Papst Franziskus ist am Mittwoch zu einem Besuch in Kolumbien aufgebrochen. Am Vormittag um 11:12 Uhr startete das Kirchenoberhaupt an Bord einer Sondermaschine der Alitalia vom römischen Flughafen Fiumicino nach Bogota. Dort wird er um 23.30 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit von Staatspräsident Manuel Santos erwartet. Wegen des Hurrikans Irma wird die Flugroute vermutlich leicht südwärts verlagert. Es ist die 20. Auslandsreise von Franziskus und seine fünfte Reise als Papst nach Lateinamerika.

Im Mittelpunkt der Kolumbienreise, auf der er insgesamt rund 21.000 Kilometer zurücklegen wird, steht die nationale Versöhnung nach dem jahrzehntelangen blutigen Konflikt zwischen dem Staat und der linken FARC-Guerilla. Weitere Themen des bis Sonntag dauernden Programms sind der Einsatz der Kirche für die Armen, der Schutz bedrohter Naturräume, innerkirchliche Erneuerung, Menschenrechte und soziale Gegensätze in Kolumbien. Der Papst reist auf Einladung von Präsident Santos und den kolumbianischen Bischöfen in das lateinamerikanische Land. Eine Begegnung mit Vertretern der FARC ist offiziell nicht vorgesehen.

Papamobil ohne Panzerung

Bei seiner Ankunft wird Franziskus laut Programm von Santos und dessen Ehefrau Maria Rodriguez de Santos auf dem militärischen Teil des Hauptstadtflughafens willkommen geheißen. Zwei Kinder in Landestrachten überreichen dem Papst Blumen. Anschließend fährt Franziskus im offenen Papamobil, einem umgebauten Chevrolet Traverse, knapp eine Stunde in sein Quartier in der Vatikanbotschaft. Entlang der 15 Kilometer langen Strecke durch Bogota rechnen die Veranstalter mit Hunderttausenden Schaulustigen. Trotz allgemein hoher Sicherheitsvorkehrungen verzichteten die Techniker beim Papamobil nach Herstellerangaben auf ausdrücklichen Wunsch des Papstes auf jegliche Panzerung. Das Fahrzeug besitzt einen Glasaufbau als Wetterschutz, der aber nach drei Seiten offen ist.

Franziskus stehen in Bogota, Villavicencio, Medellin und Cartagena insgesamt drei baugleiche Chevrolets zur Verfügung. Einem Firmensprecher zufolge unterscheiden sie sich nur in einem Detail: Ein Wagen enthält ein Bildnis der Madonna als Patronin Kolumbiens, der zweite trägt eine Plakette des heiligen Diakons Laurentius, der sich im 3. Jahrhundert in Rom besonders der Armenfürsorge widmete; im dritten Papamobil ist der Spruch "Gefertigt mit Liebe von kolumbianischen Händen" angebracht. (KNA)


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