Rücktritt von Alois Kothgasser Papst nimmt Amtsverzicht von Salzburger Erzbischof an

04.11.2013

Papst Franziskus hat das Rücktrittsgesuch des Salzburger Erzbischofs Alois Kothgasser angenommen. Bis auf Weiteres steht Kothgasser der Erzdiözese als Apostolischer Administrator vor. Der Geistliche leitete die Erzdiözese Salzburg seit November 2002.

Erzbischof Alois Kothgasser (Bild: imago)

Vatikanstadt - Papst Franziskus hat das Rücktrittsgesuch des Salzburger Erzbischofs Alois Kothgasser angenommen. Das teilte der Vatikan am Montag mit. Kothgasser hatte im Mai 2012 die Altersgrenze von 75 Jahren erreicht, bei der Bischöfe dem Papst gemäß dem Kirchenrecht ihren Amtsverzicht anbieten müssen. Bis zum Amtsantritt des neuen Erzbischofs steht Kothgasser der Erzdiözese als Apostolischer Administrator weiterhin vor. Kothgasser hatte in seinem Rücktrittsgesuch ausdrücklich darum gebeten, seine Amtszeit nicht zu verlängern.

Während der Papst in der Regel freie Hand bei der Bestellung von Bischöfen hat, ist die Erzdiözese Salzburg kirchenrechtlich ein Sonderfall. Das Salzburger Domkapitel hat gemäß dem Konkordat von 1933 das Recht, aus einem von Rom vorgelegten Dreiervorschlag den künftigen Erzbischof zu wählen; der Papst muss die Wahl dann bestätigen. Bislang sei in Salzburg aber noch kein Dreiervorschlag eingetroffen, teilte Domdechant Hans Walter Vavrovsky mit.

Kothgasser leitete die Erzdiözese Salzburg seit November 2002. Geboren im Mai 1937, trat Kothgasser mit 18 Jahren in den Salesianerorden ein. 1964 wurde er zum Priester geweiht. Er studierte unter anderem an der Päpstlichen Salesianer-Universität in Rom, wo er später auch lehrte. Im Oktober 1997 wurde Kothgasser von Papst Johannes Paul II. zum Bischof von Innsbruck ernannt; fünf Jahre später wählte ihn das Salzburger Domkapitel zum neuen Erzbischof.

Für das Verfahren zur Ermittlung von Bischofskandidaten sieht das Kirchenrecht vor, dass die Bischöfe einer Kirchenprovinz wenigstens alle drei Jahre eine Vorschlagsliste an den Heiligen Stuhl übermitteln. Dieser Vorgang ist geheim. Hiervon unabhängig kann jeder einzelne Bischof Namen von Priestern nennen, die er "für das Bischofsamt für würdig und geeignet hält". (kna/ks)

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