Vatikan Papst nimmt neue 13 Kardinäle auf

07.10.2019

Das Kardinalskollegium hat am Samstag Zuwachs bekommen. Papst Franziskus hat 13 Männer in den Kreis der Papstwähler aufgenommen.

13 neue Kardinäle gibt es nun.
13 neue Kardinäle gibt es nun. © eom

Vatikanstadt – Papst Franziskus hat am Samstag 13 Männer ins Kardinalskollegium aufgenommen. Darunter sind auch der Luxemburger Erzbischof und Präsident der EU-Bischofskommission COMECE, Jean-Claude Hollerich (61), und der kanadische Jesuit Michael Czerny (73), Leiter der Sektion für Flüchtlings- und Migrationsfragen in der vatikanischen Entwicklungsbehörde.

In seiner Predigt ging der Papst auf das von den Kardinälen abgelegte Treueversprechen ein. Viele "illoyale Verhaltensweisen von Kirchenmännern" beruhten darauf, dass sie kein Gespür für selbst empfangenes Mitleid hätten, so Franziskus.

Vor allem Europäer

Mit den neu kreierten Kardinälen zählt das Kollegium nun 225 Mitglieder. Aktuell dürften davon 128 an einer Papstwahl teilnehmen. Allerdings scheiden schon Mitte Oktober vier Kardinäle altersbedingt aus dem Kreis der Stimmberechtigten aus.

Neben Hollerich und Czerny erhielten das Purpurbirett Miguel Ayuso Guixot (67), spanischer Theologe, Islamwissenschaftler und Leiter des Päpstlichen Rates für interreligiösen Dialog; Jose Tolentino Calaca de Mendonca (53), portugiesischer Kurienerzbischof und Archivar und Bibliothekar der Heiligen Römischen Kirche; Ignatius Suharyo Hardjoatmodjo (69), Erzbischof von Jakarta und indonesischer Militärbischof; Juan Garcia Rodriguez (71), Erzbischof von Havanna auf Kuba; Fridolin Ambongo Besungu (59), Kapuziner und Erzbischof von Kongos Hauptstadt Kinshasa; Alvaro Ramazzini (72), Bischof von Huehuetenango in Guatemala; Matteo Maria Zuppi (63), Erzbischof von Bologna; Cristobal Lopez Romero (67), aus Spanien stammender Erzbischof von Rabat in Marokko.

Kirchenmänner mit sozialem Profil

Für ihre Verdienste um die Kirche erhob der Papst auch drei bereits emeritierte Bischöfe in den Kardinalsstand: Erzbischof Michael Fitzgerald (82), britischer Vatikandiplomat, unter anderem als Botschafter in Ägypten; Sigitas Tamkevicius (80), emeritierter Erzbischof von Kaunas in Litauen, und Eugenio Dal Corso (80), italienischer Missionar und ehemaliger Bischof von Benguela in Angola.

Mit den Ernennungen setzte Papst Franziskus seinen Kurs fort, Kirchenmänner mit einem markanten sozialen und humanitären Profil in den engsten Beraterkreis zu rufen. Einige der neuen Kardinäle stehen besonders für den Dialog mit dem Islam. Künftig [ab Mitte Oktober] sind 66 und damit erstmals mehr als die Hälfte der konklaveberechtigten Kardinäle von Franziskus ernannt. 42 wurden von Benedikt XVI. ins Kardinalskollegium aufgenommen, 16 noch von Johannes Paul II.

Treue gegenüber dem Papst

In seiner Predigt legte der Papst den Kardinälen ein Gespür für Barmherzigkeit nahe. "Wenn ich mich nicht als Objekt des Mitleids Gottes fühle, begreife ich auch nicht seine Liebe", so Franziskus. Zerstörerisch sei eine "Haltung des Verurteilens, der Gleichgültigkeit, des Wegschauens", um sich die Hände in Unschuld zu waschen.

Nach der Zeremonie der Kardinalserhebung im Petersdom statteten die neuen Kardinäle und Papst Franziskus dem früheren Kirchenoberhaupt Benedikt XVI. (2005-2013) einen Besuch ab. An seinem Wohnsitz in den vatikanischen Gärten mahnte der 92-Jährige die Kardinäle zu Treue gegenüber dem Papst und erteilte ihnen gemeinsam mit Franziskus den Segen. (kna)


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