Corona-Pandemie Papst warnt vor Folgen von Gottesdienst-Verboten

17.04.2020

Nur die geistige Kommunion zu empfangen, sei gefährlich, erklärte Papst Franziskus und verwies darauf, dass Gläubige gnostisch werden könnten.

Die Tischgemeinschaft sei auf Dauer unverzichtbar. © imago/Pacific Press Agency

Vatikanstadt – Papst Franziskus hat vor einer Virtualisierung der Religion in der Corona-Krise gewarnt. In medialen Gottesdiensten seien die Menschen "zusammen und doch nicht zusammen", sagte das Kirchenoberhaupt am Freitag im Vatikan. Zur Kirche gehörten die Gemeinschaft und die Sakramente. Wörtlich sprach Franziskus von einer "Gefahr", wenn religiöse Kommunikation nur über Medien stattfinde.

Schwierige Situation

Im Zuge der Maßnahmen gegen eine Ausbreitung der Corona-Pandemie sind auch Gottesdienste mit Beteiligung von Gläubigen verboten. In einzelnen Ländern wird jetzt über eine schrittweise Aufhebung der Beschränkungen diskutiert. Papst Franziskus äußerte sich bei seiner täglichen Messe in der Kapelle seiner Residenz Santa Marta. Die Feier wurde als Livestream im Internet übertragen.

Franziskus sagte, eine Gottesbeziehung ohne Kirche, ohne Gemeinschaft der Glaubenden und ohne Sakramente sei "gefährlich". Auf diese Weise könne sie sich vom Gottesvolk abkoppeln und "gnostisch" werden, also zu einem privaten Heilsweg. Zu einer vertrauten Beziehung zu Christus gehöre auch immer die Tischgemeinschaft. Franziskus bezeichnete es als eine schwierige Situation, wenn katholische Gläubige nur eine "geistige Kommunion" empfangen könnten. "Das ist nicht die Kirche", sagte der Papst. (kna)

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Corona - Pandemie

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