Bistum Würzburg Papst würdigt verstorbenen Bischof Scheele

15.05.2019

Wie auch Kardinal Reinhard Marx betonte Papst Franziskus vor allem das ökumenische Wirken des verstorbenen früheren Bischofs von Würzburg.

Der frühere Würzburger Bischof Paul-Werner Scheele verstarb im Alter von 91 Jahren.
Der frühere Würzburger Bischof Paul-Werner Scheele verstarb im Alter von 91 Jahren. © Kiderle

Würzburg/Rom – Papst Franziskus hat den verstorbenen früheren Würzburger Bischof Paul-Werner Scheele für seinen Einsatz für die Ökumene gewürdigt. "Bischof Scheele versah seinen Dienst unermüdlich als Brückenbauer zwischen den Menschen und den Konfessionen", heißt es in einem Schreiben von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin im Auftrag von Franziskus an den Würzburger Bischof Franz Jung. Der Papst erteile allen, die des Verstorbenen gedenken, von Herzen den Apostolischen Segen. Scheele war am Freitagabend im Alter von 91 Jahren gestorben.

Großer Theologe und Menschenfreund

"Mit Paul-Werner Scheele geht ein großer Theologe, dem die Ökumene zutiefst am Herzen lag, ein Bischof und Menschenfreund von uns", schreibt etwa der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, in einem Brief an den Bischof von Würzburg wie die Bischofskonferenz in Bonn mitteilte. Scheele habe die katholische Kirche in Deutschland viele Jahre mit geprägt, so Marx. Fast drei Jahrzehnte habe er der Bischofskonferenz angehört und "die Beratungen stets mit Weitsicht und theologischer Feinfühligkeit geprägt." Dabei sei er "immer zutiefst überzeugt" vom Zweiten Vatikanischen Konzil und den Aufbrüchen der Würzburger Synode gewesen. Scheeles Anliegen sei gewesen, "den Schatz des Konzils in einen ökumenischen Dialog zu führen, der auf Augenhöhe die Gesprächspartner der anderen Konfessionen ernst nahm". Dies habe Scheele internationalen Respekt eingebracht.

Führender Ökumeniker

Der in Olpe geborene Scheele stand von 1979 bis 2003 an der Spitze des fränkischen Bistums. Außerdem leitete er 27 Jahre lang die Ökumene-Kommission der Deutschen Bischofskonferenz. Als Journalist hatte Scheele noch an der Schlussphase des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962 bis 1965) teilgenommen. Auch nach seiner Emeritierung als Diözesanbischof 2003 gehörte er fünf weitere Jahre dem Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen sowie mehreren internationalen ökumenischen Kommissionen an. Als führender Ökumeniker der katholischen Kirche in Deutschland war er an Meilensteinen wie der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre 1999 sowie dem Ersten Ökumenischen Kirchentag 2003 in Berlin beteiligt. (kna)


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