Kolumbien-Reise Papst zurück in Rom

11.09.2017

Franziskus ist von seiner Reise nach Kolumbien zurückgekehrt. Auf dem Rückflug zog er vor mitreisenden Journalisten ein kurzes Fazit seiner Reise, ging aber auch auf Fragen zu Flüchtlingskrise und Klimawandel ein.

Papst Franziskus vor seinem Abflug von Kolumbien nach Rom.
Papst Franziskus vor seinem Abflug von Kolumbien nach Rom. © imago

Rom – Papst Franziskus ist am Montag von seiner Kolumbienreise zurückgekehrt. Um 12.50 Uhr landete die Maschine der kolumbianischen Fluggesellschaft Avianca aus Cartagena kommend auf dem Flughafen Rom-Ciampino. Kolumbien stehe nach Jahrzehnten des Guerillakriegs vor einer schwierigen Aufarbeitung, so das Kirchenoberhaupt. Es gebe noch viel Hass und Verbitterung. Jetzt müsse "ein zweiter Schritt" folgen, so der Papst in Anspielung auf das Motto seines Besuches: "Tun wir den ersten Schritt". Zu einer erfolgreichen Verhandlung gehöre "die Weisheit, um Hilfe zu bitten". Interventionen von Vermittlern wie den Vereinten Nationen könnten nur helfen, erst einmal aus der Krise herauszukommen. "Aber der Friedensprozess geht nur vorwärts, wenn das Volk ihn in die Hand nimmt." Andernfalls bleibe es bei einem Kompromiss.

Italien und Griechenland haben Herz geöffnet

Mit Blick auf die Flüchtlingskrise sprach sich der Papst für eine verantwortungsvolle Politik aus. Regierungen müssten die Probleme "mit der eigentlichen Tugend der Regierenden lösen, das heißt mit Klugheit". Dazu gehöre an erster Stelle die Frage nach den verfügbaren Kapazitäten, sodann die Frage nach der Integration. Eine legitime Aufnahmegrenze sei dann erreicht, wenn eine "Gefahr der Nichtintegration" bestehe, so Franziskus. Nachdrücklich verlangte er auch humanitäre Hilfszentren in Libyen. Die Welt müsse sich bewusst machen, dass die Flüchtlinge dort unter unmenschlichen Bedingungen in "Lagern" lebten, sagte er mit dem deutschen Wort. Nötig sei "humanitärer Beistand". Er sei dankbar für die Haltung Italiens und Griechenlands in der Flüchtlingsfrage: "Sie haben ihr Herz geöffnet."

Papst wies Boykotteure des Pariser Klimaabkommens zurecht

Kritik übte der Papst hingegen an der Entscheidung der US-Regierung, das Schutzprogramm für die sogenannten Dreamer zu beenden. Er hoffe, dass die Regierung die Entscheidung überdenke. US-Präsident Donald Trump hatte das Schutzprogramm für Migranten, die als Minderjährige illegal in die Vereinigten Staaten gelangten und unter der Vorgängerregierung von Barack Obama geduldet wurden, Anfang September beendet. Trump präsentiere sich dem Augenschein nach als Lebensschützer, sagte Franziskus. "Wenn er ein tüchtiger Lebensschützer ist, wird er begreifen, dass die Familie die Wiege des Lebens ist und man ihre Einheit schützen muss."

Obendrein wies der Papst, ohne auf Trumps kritische Haltung zum Thema Klimawandel einzugehen, Boykotteure des Pariser Klimaabkommens zurecht. Wer leugne, dass der Klimawandel vom Menschen mitverursacht sei, solle Wissenschaftler fragen. "Sie sprechen eine klare Sprache", sagte er. Der Effekt der globalen Erwärmung sei "sehr klar". Als Beispiel verwies er auf das Abschmelzen des Eisschildes am Nordpol. Nach der Auskunft mancher Experten habe die Menschheit noch drei Jahre zu einer Klimawende. "Wenn wir nicht umkehren, gehen wir unter", mahnte Franziskus. (KNA)


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