Geburtstag und Weihnachten Pastoralreferent ist echtes Christkind

23.12.2017

An Weihnachten geboren zu sein - Fluch oder Segen? Der Pastoralreferent Michael Steinbacher kann das bestens beurteilen. Er hat am 24. Dezember Geburtstag.

Michael Steinbacher ist auch mit 57 Jahren immer noch ein echtes Christkind.
Michael Steinbacher ist auch mit 57 Jahren immer noch ein echtes Christkind. © privat

München – Das ist ja wie Weihnachten und Geburtstag zusammen! Eine Floskel, zu der man oft und gerne greift, um seiner übermäßigen Freude besonderen Ausdruck zu verleihen. Einfach so dahingesagt, machen sich wohl die wenigsten Gedanken darüber, was es bedeuten kann, wenn diese zwei großen Ereignisse tatsächlich auf denselben Tag fallen. Obwohl das alles doch ganz herrlich klingen mag, tritt in Wirklichkeit dann die eine oder andere Schwierigkeit auf. Jemand, der das bestens beurteilen kann, ist Michael Steinbacher. Der 57-Jährige hat schließlich am 24. Dezember Geburtstag und weiß ganz genau, wo mögliche Tücken liegen. „Aber anfühlen tut es sich doch ein bisserl besonders“, gibt er zu.

Weihnachten im Mittelpunkt

„Als Kind war ich fast ein wenig stolz auf dieses Datum. Was wohl auch damit zusammenhängt, dass meine Eltern auf ihr erstes Kind etwas länger warten mussten. Da waren sie dann auch über dieses etwas komplizierte Datum, über diese, schöne Bescherung‘ heilfroh“, lacht Michael Steinbacher. Trotzdem stand in der Familie immer der Heilige Abend im Mittelpunkt, denn „überhaupt wurde vor 50 Jahren auf einem Dorf im Chiemgau der Kindergeburtstag noch recht sparsam gefeiert“, erinnert sich Steinbacher.

Als Jugendlicher hat er dann für sich den Kompromiss gefunden, mit den Freunden in den Geburtstag hineinzufeiern. „Das war immer g’scheit lustig! Und jetzt ist natürlich jeder Geburtstag sehr von meiner Arbeit in der Pfarrei geprägt, von 12 bis 19 Uhr bin ich jedes Jahr dort“, erzählt der Pastoralreferent der Münchner Pfarrei St. Sylvester. Seine Frau, die Kinder und Enkel stöhnen dann schon manchmal über seine eigenwilligen Arbeitszeiten.

Freunde kommen morgens zum Frühstück

Alles in allem mag Michael Steinbacher jedoch seinen besonderen Geburtstagstermin, „aber damit ich mir nicht zu viel einbilde: Das Christkind ist ja am Weihnachtstag geboren. In unserer Tradition feiern wir sozusagen auch in Jesu Geburtstag hinein“, stellt er richtig. Und wie ist es eigentlich mit dem Klischee, dass man als „Christkindl“ die doppelte Menge an Geschenken oder Besuch bekommt? „Das ist natürlich nicht so“, lacht Michael Steinbacher, „aber ein paar besonders gründliche und genaue liebe Menschen unterscheiden dann doch: Dies ist zum Geburtstag, und das zu Weihnachten.“

Mit dem Besucheransturm habe sich in den vergangenen zwanzig Jahren der Brauch gebildet, dass vormittags gute Freunde zu einem ausgiebigen Frühstück vorbeikommen. Besonders kostbar sind Michael Steinbacher dann die zwei oder drei Stunden am Abend, die er gemeinsam mit seiner Familie hat. „Und auch die Stille, wenn meine Frau und die Kinder, die ja auch schon erwachsen sind, zur Christmette gehen und ich noch etwas Zeit für mich ganz alleine habe.“

Weltweit höchste „Christkindl“-Dichte

Wenn man an Weihnachten Geburtstag hat, gibt es auch bestimmt die eine oder andere erwähnenswerte Anekdote, an die man sich immer wieder gerne erinnert? „In meiner Jugend war ich Mitglied im Kirchenchor mit der weltweit höchsten „Christkindl“-Dichte in St. Rupertus in Hammer im Chiemgau. Auch mein Cousin und eine Altistin haben an Heiligabend Geburtstag. Und bei nur 14 Sängern gibt das dann doch eine respektable Quote“, schmunzelt der 57-Jährige.

Geburtstag wird von vielen vergessen

Gern erinnert sich Steinbacher an jenes Weihnachtsfest beziehungsweise jenen Geburtstag, als er und sein Bruder noch sehr klein waren, und etwas ganz Besonderes unter dem Christbaum lag. „Ein ganz echt wirkendes, kräftiges braunes Kaltblutpferd aus Hartgummi, dazu ein fein geschnitzter hölzerner Leiterwagen. Der filigrane Wagen hat unsere Spielfreude nicht lange überlebt. Das Pferd ist blöderweise vor ein paar Jahren verschwunden. Das hätte ich retten sollen. Schade!“

Es scheint, als wäre es doch nicht so schlimm, ein „Christkindl“ zu sein. Ihm selbst fällt auch nur ein einziger Nachteil ein: „Jeder kann sich dieses Datum zwar ganz leicht merken, allerdings kann es auch sein, dass es an Heiligabend dann doch von vielen vergessen oder übersehen wird.“

An Silvester könnte man meinen, dass Michael Steinbacher dann den gröbsten Stress überstanden hat, doch eine Woche nach seinem Geburtstag geht es gleich nahtlos weiter mit den Feierlichkeiten. Zunächst kommen alle beim Patroziniumsgottesdienst in der Schwabinger Sylvesterkirche zusammen, „und danach wird dann im Großfamilienhaufen – zwingend mit Raclette – das neue Jahr begrüßt“, verrät Michael Steinbacher. (Patricia Hofmann)


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