Kirchlich heiraten Pater Friedrich: Was ich Brautleuten rate

29.05.2017

Gerade haben Hochzeiten wieder Hochkonjunktur. Viele Paare wollen sich in der Kirche das Ja-Wort geben. Was Pater Alfons Friedrich den Brautleuten bei der Vorbereitung rät, lesen Sie hier.

Pater Alfons Friedrich ist Salesianer Don Boscos und Leiter des Pfarrverbands Haidhausen in München.
Pater Alfons Friedrich ist Salesianer Don Boscos und Leiter des Pfarrverbands Haidhausen in München. © Klinger

„Vor Gottes Angesicht nehme ich dich an ...“ – wenn Braut und Bräutigam diese Zeile zu sprechen beginnen, ist er da, der große Tag, der für viele der schönste im Leben sein soll. Dies vor Gott zu tun, war früher selbstverständlich. Auch wenn es heute weniger Brautleute sind, die ihre Hochzeit in der Kirche feiern, so ist dies gerade dann mit hohen Erwartungen verbunden. Somit ist eines klar: der Ausgangspunkt der Planung für die kirchliche Feier liegt bei den Vorstellungen des Paares. Denn sie kommen zur Kirche, sie haben sich für eine solche Feier entschlossen und sie wollen in ihrer Situation ernst- und angenommen werden.

Positiv überrascht

Mit dem Erstellen des Eheprotokolls ist ein wesentlicher Teil der Vorbereitung abgeschlossen. Was rechtlich zu klären und zu bestätigen war, ist aber nicht nur ein formaler Akt. Dahinter tun sich Inhalte auf, die dem Brautpaar weiter erschlossen werden müssen. Die Brautleutetage sind dazu ein wesentlicher Bestandteil; jedes mir bekannte Brautpaar äußert sich nach einer Teilnahme positiv überrascht darüber, erwarten doch viele eine solche Vertiefung eher nicht mehr von der Kirche. Fortgeführt wird diese positive Erfahrung in der Vorbereitung des Traugottesdienstes. Dafür schauen viele seit Jahren erstmals wieder in die Bibel, suchen nach Schriftstellen und diskutieren entsprechende Texte.

Religiöse Riten, Symbole und symbolische Handlungen sind heute vielen Menschen nicht mehr verständlich, dies gilt natürlich auch für die Trauung. Was den Eheleuten erschlossen wird, gilt es auch der Hochzeitsgemeinde zu vermitteln.

Seelsorger müssen sich Zeit nehmen

„Vor Gottes Angesicht nehme ich dich an ...“ – es lohnt sich, viel Zeit nicht nur bei der Suche nach der richtigen Location und dem schönsten Outfit zu verwenden. Wenn sich die Brautleute bewusst auch für die kirchliche Trauung entscheiden und sich gemeinsam darauf vorbereiten, dann ist dies eine ganz besondere Reflexion und Vertiefung im Weg zum schönsten Tag im Leben. Dafür müssen wir uns als Seelsorgerinnen und Seelsorger viel Zeit nehmen und Empathie zeigen. Denn es geht darum, die Ehe als Abbild des Bundes Gottes mit den Menschen neu zu verdeutlichen – und das lohnt sich! (Pater Alfons Friedrich)

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Kirchlich Heiraten

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