"Build Bridges, Not Walls" Pax Christi bei Demo für Seenotrettung

24.08.2018

Am Samstag findet in München eine Demonstration für die Seenotrettung von Flüchtlingen im Mittelmeer statt. Warum sich die katholische Friedensbewegung "pax christi" daran beteiligt, lesen Sie hier.

Archivbild: Havariertes Flüchtlingsboot im Mittelmeer vor der libyschen Küste
Archivbild: Havariertes Flüchtlingsboot im Mittelmeer vor der libyschen Küste © imago/JOKER

München – Gegen das "Sterben im Mittelmeer" richtet sich eine Demonstration am Samstag in München, zu der das Bündnis "Seebrücke" aufgerufen hat. Nachdem seit Jahresbeginn über 1.500 Flüchtlinge im Mittelmeer ertrunken seien und die Behörden der EU "systematisch" die private Seenotrettung blockieren würden, rufen die Organisatoren zu einer europaweiten Protestwoche "Build Bridges, Not Walls" auf ("Baut Brücken, keine Mauern"; Anm. d. Red.)

Beim Auftakt in München wird auch die katholische Friedensbewegung "pax christi" mit dabei sein. Viele Mitglieder von pax christi würden sich seit Jahren in der Flüchtlingshilfe engagieren, so Martin Pilgram, der Vorsitzende von pax christi in der Erzdiözese München und Freising. "Man kann im Mittelmeer nicht einfach Leute sterben lassen." Die Politik der Bundesregierung und der EU sei eine "Politik der Abschottung", betonte Pilgram im Gespräch mit mk online. Die aktuelle Lage im Mittelmeerraum stelle sich "katastrophal" dar.

Finanzielle Strafen

Der Vorsitzende plädiert für eine europaweite Lösung des Problems. "Es ist verständlich, dass Anrainerstaaten wie Italien und Griechenland sagen: wir können nicht alle Flüchtlinge für Europa aufnehmen." EU-Staaten wie Polen oder Ungarn dürften sich bei der Aufnahme von Flüchtlingen nicht einfach aus der Verantwortung stehlen. Länder, die sich einer solidarischen Haltung verweigerten, müssten innerhalb der EU finanziell bestraft werden.

Zudem seien laut Pilgram zwei Schritte notwendig: Den Flüchtlingen müssten legale Wege nach Europa eröffnet werden und zugleich müssten die Lebensumstände in ihren Herkunftsländern verbessert werden.

Klare Stimme der Kirchen

Es sei erfreulich, dass sich die Kirchen in Deutschland klar für eine christliche und humanitäre Lösung der Problematik aussprächen. "Und, dass sie das auch den christlichen Politikern bei uns sagen", erklärte Pilgram.

Die Demo "Build Bridges, Not Walls" beginnt am Samstag, 25. August, um 14 Uhr auf dem Europaplatz am Fuße des Friedensengels in München und soll dann über die Staatskanzlei zum Marienplatz führen.

Der Autor
Klaus Schlaug
Online-Redaktion
k.schlaug@st-michaelsbund.de

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Friede

Das könnte Sie auch interessieren

© Pax Christi

Pax Christi „Nur zu beten, reicht nicht aus“

Pax-Christi-Diözesanvorsitzender Martin Pilgram über den Sinn einer kirchlichen Friedensbewegung.

05.08.2019

Lifeline-Kapitän Claus-Peter Reisch
© SMB

Seenotretter dankt Kardinal Marx Lifeline-Kapitän Reisch: "Am liebsten unter vatikanischer Flagge"

Kardinal Marx habe mit seiner 50.000 Euro-Spende ein starkes Zeichen gesetzt, dass es mit dem Sterben auf dem Mittelmeer so nicht weitergehen dürfe, betont Kapitän Claus-Peter Reisch im Gespräch mit...

09.12.2018

Seenotrettung von Bootsflüchtlingen vor der lybischen Küste.
© imago

Flucht und Asyl Marx würdigt Arbeit von Seenotrettern

50.000 Euro hat Kardinal Reinhard Marx an private Seenotretter gespendet. Seine Beweggründe erklärte er nun in einem Gastbeitrag für die "Bild"- Zeitung.

11.10.2018

© Fleischmann

München am Mittag Der Fluß teilt und verbindet

Auf ihrem Weg nach Norden erreicht die Isar Landshut und zieht eine Grenze: Ein Teil der Stadt gehört dem Erzbistum München und Freising an, der andere bereits zum Bistum Regensburg. Welche Vorteile...

24.08.2018

© SMB

Die Bergold und der Pater Umgang mit Mitleid

Die Bergold und der Pater haben Post bekommen. Steffi aus Denning hat unter studio@muenchner-kirchenradio gefragt, warum die ganze Welt bei der dramatischen Höhlenrettung in Thailand voller Mitleid...

04.08.2018

© IN VIA München e.V.

Total Sozial Kirche und Integration II

„Gemeinsam unterwegs sein“ – das ist das Motto des katholischen Sozialverbands IN VIA München e.V. Dieser Spruch gilt auch für die Integrationsarbeit bei IN VIA. Beim Projekt „Ankommen in Ausbildung...

03.08.2018

Bruder Jeremias (links) hört seinen Schützlingen beim Gitarrespielen zu, Redakteur Lukas Fleischmann (rechts) spielt heute mit
© SMB/Schlaug

Junge Flüchtlinge im Kapuzinerkloster in Altötting Integration, die nicht allen passt

Junge männliche Flüchtlinge und eine katholische Ordensgemeinschaft unter einem Dach? Das scheint eine Mischung mit Konfliktpotenzial zu sein. Doch der Alltag im Kloster St. Konrad verläuft ohne...

09.04.2018

© Katharina Zöpfl

Nach der Integration Angst vor Abschiebung

Ali war 15, als er seine Heimat Afghanistan verließ. Ganze sieben Monate dauerte seine Flucht nach Deutschland. Jetzt - zwei Jahre später - wohnt er bei Pflegeeltern, spricht fließend Deutsch und geht...

30.06.2017

Havariertes Flüchtlingsboot im Mittelmeer vor der libyschen Küste
© imago/JOKER

Twitter-Aktion von mk online Gedenken an tote Flüchtlinge im Mittelmeer

Mit 200 Tweets haben wir am Donnerstag auf unserem Twitter-Kanal der im Mittelmeer ertrunkenen oder vermissten Flüchtlinge gedacht. Was hinter der Aktion steckte, lesen Sie hier.

29.12.2016

Jetzt neu für Rosenheim: Der mk-online Newsletter

Wir informieren Sie über Aktuelles, Gottesdienste, besondere Veranstaltungen und Neues aus Religion und Gesellschaft.
Jetzt abonnieren