Seniorenseelsorge und Ehrenamt Pfarrei-Rikscha kommt ins Rollen

28.02.2019

Mit dem Radl ins Grüne ohne selbst treten zu müssen, mit einem Ausflugspartner plaudern und mit der Kirchengemeinde in Verbindung bleiben. Die Seniorenpastoral hat sich da etwas einfallen lassen.

Vergnügt auf drei Rädern: Ruth Huber, Leiterin der Abteilung Seniorenpastoral, und ihre Mitarbeiterin Adelheid Widmann, die auf die Idee mit der Rikscha gekommen ist. Hinter dem Verdeck eine engagiert tretende Pilotin.
Vergnügt auf drei Rädern: Ruth Huber, Leiterin der Abteilung Seniorenpastoral, und ihre Mitarbeiterin Adelheid Widmann, die auf die Idee mit der Rikscha gekommen ist. Hinter dem Verdeck eine engagiert tretende Pilotin. © Kiderle/SMB

München – Es ist eine ungewöhnliche Idee, die auf drei Rädern daherkommt. Senioren sollen mit Hilfe einer Fahrradrikscha aus ihren vier Wänden herauskommen, frische Luft schnappen, in Verbindung mit ihrem Wohnviertel oder ihrer Pfarrei bleiben. In die Pedale treten jüngere ehrenamtliche Helfer. „Dadurch können vielleicht Freiwillige gewonnen werden, die sich sonst nicht für die Kirche interessieren und außerdem kommen dadurch die Generationen miteinander in Verbindung“, erklärt Adelheid Widmann von der Seniorenseelsorge des Erzbistums München und Freising. Die Theologin hatte die Idee die Rikscha anzuschaffen und dafür im Etat ihres Ressorts 7500 Euro locker gemacht. Damit die Piloten etwa an Ampeln oder bei Steigungen nicht gar so heftig strampeln müssen, hat das Fahrrad einen elektrischen Hilfsmotor, außerdem ein Regenverdeck und ein kleines Fach für eine Decke, wenn´s während des Ausflugs kühl wird. Es gibt zwei Plätze, damit Paare oder Freundinnen auch zusammen fahren können. Sie sitzen vor dem Piloten, damit sie einen freien Blick auf die Strecke und in die Umgebung haben. Sicherheitsgurte sind in der kleinen Sitzkabine ebenfalls montiert.

Rikscha-Führerschein

Das Fahrrad soll nun Pfarreien zur Verfügung stehen, die Adelheid Widmanns Konzept umsetzen wollen. Zwei Münchner Kirchengemeinden haben sich bereits gemeldet. Denn das Angebot ist nicht nur für die Senioren und die Freiwilligen niederschwellig, sondern auch für die Pfarreien: Alle Versicherungs- und Haftungsfragen seien geklärt, so Adelheid Widmann. Einfach loslegen dürfen die ehrenamtlichen Sozial-Radler aber nicht. Sie müssen einen vierstündigen Kurs mit einer erfahrenen Rikscha-Pilotin absolvieren. Denn insbesondere das Wenden ist eine Kunst für sich. Da will der Lenker überlegt eingeschlagen sein, denn der Wendekreis ist beträchtlich. Auch das Bremsen, Anfahren und die technische Bedienung muss gelernt werden. Insbesondere beim Elektromotor. Piloten, die sich zu sehr auf ihn verlassen oder flott unterwegs sein wollen, erleben schnell, dass der Akku dann leer ist und sie umso mehr in die Pedale treten müssen.

Pfarreien, die sich für die Rikscha interessieren, können Adelheid Widmann von der Seniorenseelsorge eine Mail schreiben.

Der Autor
Alois Bierl
Chefreporter Sankt Michaelsbund
a.bierl@st-michaelsbund.de

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