Kunst in München Pfarrei St. Margaret beteiligt sich am „Faust-Festival“

23.02.2018

Fünf Monate steht Goethes Faust im Zentrum von Münchens Kulturlandschaft. Auch kirchliche Institutionen beteiligen sich an dem Festival.

Eröffnung des Faust-Festivals in München.
Eröffnung des Faust-Festivals in München. © Faust-Festival München 2018/Robert Haas

München – Andrea Lutz war zuerst unsicher, ob das Erzbistum beim Münchner Faust-Festival dabei sein sollte „und wenn ja, wie“. Doch bei der ersten Planungssitzung saß die Kulturmanagerin der Erzdiözese neben dem Chef eines Box-Clubs. Der wollte wegen des schlagenden Namens mitmachen. „Und dann fiel mir ein: St. Margaret – wir haben das Gretchen!“ Denn welcher Faust könnte ohne sein tragisch endendes „Gschpusi“ auskommen, das die berühmte Frage stellt: „Nun sag, wie hast du’s mit der Religion?“ So hat Lutz dafür gesorgt, dass die Erzdiözese und St. Margaret im Stadtteil Sendling (Margaretenplatz 1) unter den 70 Institutionen des Faust-Festivals ein besonderer Aktivposten sind. Erich Hornstein unterstützt sie dabei.

Bis Juli begleitet der Pastoralreferent der Pfarrei zehn Künstler, die ihre Werke nacheinander ungefähr zwei Wochen lang in der Kirche ausstellen. Das Erzbistum hat sie extra in Auftrag gegeben. „Es soll hier wirklich zu einer Begegnung zwischen Kunst und Kirche kommen“, sagt Hornstein. Darum hat er zu jedem Kunstwerk einen Prediger engagiert, der zu Ausstellungsbeginn „einen spirituellen Impuls“ zum Bild oder zur Skulptur gibt.

Veranstalter der Reihe „St. Margaret (Gretchen) – eine Kirche in Sendling“ sind das Kulturmanagement der Erzdiözese München und Freising und die Pfarrei St. Margaret in Kooperation mit dem Verein „Kunst in Sendling“. Der Eintritt ist an allen Abenden frei.

Pfarrei St. Margaret in München-Sendling.
Pfarrei St. Margaret in München-Sendling. © SMB/Schmid

Den Anfang macht am Samstag, 24. Februar, die Installation „Cognitio“ (Erkenntnis) von Karl Kempf. Dafür hat er von der Orgelempore einen großen goldenen Rahmen gehängt. Auf dessen Rückseite steht ein lateinisches Bibelzitat, das Faust einem wissbegierigen Studenten ins Stammbuch geschrieben hat und das übersetzt lautet: „Ihr werdet Gott gleich sein, indem Ihr das Gute und das Böse erkennt.“ Für den Künstler ist das ein hochaktuelles Thema: „Denn bei den Möglichkeiten, die wir heute haben, ist die Verantwortung des Einzelnen besonders gefragt, wenn man das Böse erkennt und ,Nein‘ dazu sagt“, erläutert Kempf. Dass er sich mit diesem Thema in einer Kirche auseinandersetzen kann, reizt ihn ganz besonders.

Faust-Fragen sind Glaubens-Fragen

Pastoralreferent Hornstein liegt da ganz auf der Linie des Künstlers, wenn er in Goethes Faust „viele Schnittmengen mit der Kirche“ erkennt: „Faust-Fragen sind Glaubens-Fragen.“ In St. Margaret greifen sie die Künstler in unterschiedlicher Weise auf. „Für junge und alte Menschen, von poppig bis klassisch“, verspricht Andrea Lutz, „alles dabei“. Oder wie es im Faust heißt: „Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen; Und jeder geht zufrieden aus dem Haus.“ Es lohnt sich, in den kommenden Wochen immer wieder einmal in St. Margaret an der Sendlinger Plinganserstraße vorbeizuschauen. Dort liegen Handzettel zum Programm des Faust-Festivals auf, das auch auf der Internetseite der Pfarrei zu finden ist.

Weitere kirchliche Institutionen und Verbände beteiligen sich am Faust-Festival mit eigenen Beiträgen. Darunter ist eine Faustwoche in der Jugendkirche in München-Haidhausen (Preysingstraße 85) von Sonntag, 22., bis Freitag, 27. April. Zentrales Element der Veranstaltungsreihe ist eine Licht- und Bildinstallation des Künstlers Peter Euser. Weitere Informationen sind hier zu finden.


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