Kloster Seeon Pfarrei zieht für CSU-Klausurtagung um

04.01.2017

Premiere für die CSU und für Seeon: Die Landesgruppe im Bundestag tagt nach 40 Jahren nicht mehr in Wildbad Kreuth, sondern im ehemaligen Kloster Seeon. Das ist auch für die Pfarrei eine Premiere.

Zur CSU-Klausurtagung herrschen rund um das ehemalige Kloster Seeon - anders als auf diesem Foto - eher eisige Temperaturen.
Zur CSU-Klausurtagung herrschen rund um das ehemalige Kloster Seeon - anders als auf diesem Foto - eher eisige Temperaturen. © SMB/Schmid

Seeon – Eigentlich würde Pfarrer Hans Huber mit seiner Gemeinde in der ehemaligen Kloster- und jetzigen Pfarrkirche Seeon am 6. Januar den Dreikönigsgottesdienst feiern. Doch in diesen Tagen, während die CSU im Kloster Seeon tagt, läuft nicht alles nach Plan. „Ich bin im Vorfeld schon gefragt worden, ob es da eine andere Lösung gibt. Und es gibt sie: nämlich, dass wir den Gottesdienst in der Dorfkirche Sankt Ädigidus feiern.“

Dieser Umzug fällt Pfarrer Huber jedoch nicht schwer, denn dort werden ab dem Fest der Taufe des Herrn (8. Januar) sowieso die Sonntagsgottesdienste gefeiert. Der Grund ist einfach: die Dorfkirche ist wärmer als die ehemalige Klosterkirche. Dementsprechend ist der Umzug nach Sankt Ägidius nur vorverlegt und kein größeres Ärgernis. Auch sonst legt die CSU-Klausurtagung die Pfarrei nicht lahm. Lediglich den Personalausweis müssen Pfarrer Huber und seine Kollegen auf der Klosterinsel stets dabei haben. Sonst erwartet er keine Besonderheiten, lediglich ein paar Zaungäste rund um die Klosterinsel.

Ökumenischer Gottesdienst

Das C der CSU soll direkt am Mittwoch einen gesonderten Platz in der Tagesordnung finden, weiß Huber. Nach der ersten Sitzungseinheit soll in der Nebenkirche St. Maria Bräuhausen ein Gottesdienst gefeiert werden. Weihbischof Wolfgang Bischof und die evangelische Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler werden zusammen mit dem Hausherrn Pfarrer Hans Huber den Gottesdienst mit den Teilnehmern der CSU-Klausurtagung feiern.

CSU steigert Seeons Bekanntheit

Während Pfarrer Huber der Tagung gelassen gegenüber steht, weiß er, dass die Gemeinde und der Touristikverband sich durch die Klausurtagung eine Aufwertung des Ortes erhoffen. „Selber glaube ich, dass es am Samstag wieder in den Alltag übergehen wird und wir werden so weiterleben wie bisher auch.“ (Pia Dyckmans/Linda Burkhard)

Die CSU tagt noch bis zum 6. Januar im ehemaligen Benediktinerkloster Seeon. Nach der Zwangsenteignung Anfang des 19. Jahrhunderts wechselte es mehrmals den Besitzer. 1979 erwarb dann das Erzbistum München und Freising die Gebäude, um den Kaufabsichten einer Sekte zuvor zu kommen. 1986 übergab sie das Anwesen dem Bezirk Oberbayern, der dort ein Bildungs- und Kulturzentrum eingerichtet hat.


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