Neue Studie zu Christen Pfarrer Schießler: Mensch braucht spirituelle Heimat

06.05.2019

Die Zahl der Christen in Deutschland soll sich – laut einer Studie – bis 2060 halbieren. Der Münchner Pfarrer Rainer Maria Schießler hat sich auf Facebook dazu geäußert.

Sehnsucht nach spiritueller Heimat
Sehnsucht nach spiritueller Heimat © natali_mis - stock.adobe.com

München – Der Münchner Pfarrer und Bestsellerautor Rainer Maria Schießler hat auf die jüngsten Veröffentlichungen zur Zukunft der Kirchen in Deutschland reagiert. Nach einer bundesweiten Untersuchung des Forschungszentrums Generationenverträge (FZG) der Uni Freiburg wird sich die Zahl der Mitglieder in beiden großen Kirchen von heute 44,8 Millionen bis 2060 halbiert haben. Die Gründe für das Schrumpfen seien bekannt, schreibt Schießler auf seiner Facebook-Seite: "Überalterung, Austritt, keine Taufen mehr." Die Studie war von der katholischen Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Auftrag gegeben worden.

Sehnsucht nach Heimat

Angesichts dieser zu erwartenden Entwicklung erinnert der Geistliche an die österlichen Geschichten. Sie wollten Zweiflern und Ängstlichen, Enttäuschten und Hoffenden ein tiefes Gefühl von Geborgenheit und Heimatgefühl vermitteln. "Der Auferstandene spricht die Menschen mit ihrem Namen an, wird ganz persönlich und zerstreut so ganz bewusst Bedenken und Furcht." Damit treffe er auf die tiefste menschliche Empfindung, nämlich den Wunsch, daheim zu sein, erkannt zu werden, die tiefe Sehnsucht nach Geborgenheit und Heimat, "die uns niemand nehmen kann und die doch so schwer zu erfüllen ist".

Pfarrer Rainer Maria Schießler
Pfarrer Rainer Maria Schießler © SMB

Heimatlosigkeit ist nach den Worten von Schießler bis heute ein Schicksal, das den Menschen zutiefst trifft, "nicht zu vergessen die geistliche Heimatlosigkeit". Viele Menschen fragten, warum es sinnvoll sei, einen Glauben zu haben, nach den Vorgaben einer Religion zu leben, sonntags den Gottesdienst miteinander zu feiern? Die Antwort gibt der Pfarrer selbst: "Weil wir neben der irdischen auch eine spirituelle Heimat haben wollen und brauchen, eben einen Raum, der sich auch nach der anderen Seite, auf die Seite Gottes hin öffnet."

Über Religion entscheiden

Ein nachdenkliches Beispiel führt Schießler gleichfalls noch an: So habe einmal ein Vater voller Stolz auf sein mittlerweile zwölf Jahre altes Mädchen gezeigt und in selbstbewusstem Brustton gesagt: "Wir haben sie nicht taufen lassen, denn sie soll sich selbst für eine Religion entscheiden." Die bittere Antwort der Tochter darauf sei gewesen: "Aber ihr sagt nicht, worum ihr mich gebracht habt!" (kna)


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