Auf der Spur von Mysterien Pilger-Geheimtipp Irland

18.03.2017

Während die meisten Wallfahrer nach Lourdes, Fátima, Santiago de Compostela, Rom oder in das Heilige Land pilgern, ist ein Land noch weitestgehend unbeachtet: Irland haben die wenigsten Gläubigen auf ihrer Pilgeragenda.

Irland kann auch anders: Sonnenschein ist – entgegen anderslautenden Gerüchten – hier keine Seltenheit. © imago

Mit Verlaub: Ein bisschen irre sind sie schon, die Iren. Liebenswert irre, wenn es beispielsweise darum geht, ihren Nationalheiligen Patrick gebührend zu feiern. Dass so viel Spaß ansteckend ist, zeigt sich darin, dass dieses Fest längst nicht mehr nur auf der grünen Insel ausgiebig, lautstark und mit viel Herzblut begangen wird: Auch außerhalb Irlands, nicht zuletzt in München (siehe Seite 16), verwandeln sich viele Städte am oder um den 17. März in grüne Territorien, wo Umzüge, Konzerte und – das darf man nicht verschweigen – auch so manche Bierräusche zu Ehren des Priesters veranstaltet werden.

Der im römischen Britannien geborene Patrick traf im Jahr 432 mit einem Missionsauftrag ausgestattet in Irland ein und machte dort einen wirklich guten Job. Denn: Bis heute ist der gelebte Katholiszismus in Irland legendär. Fast neidisch könnte man werden, wenn man sieht, wie voll die Kirchen dort – ob in den Städten oder auf dem Land – jeden Sonntag beim Gottesdienst sind. Egal wie spät und Guinness-selig der Abend zuvor war, ob alt oder jung, Frau oder Mann, die Heilige Messe am Sonntag ist für irische Katholiken eine Selbstverständlichkeit.

Zahlreiche christliche Zeugnisse

Immer noch ein wenig ein Geheimtipp ist Irland als Pilger-Reiseziel. Eigentlich unerklärlich, verbinden sich hier doch zahlreiche Zeugnisse des Christentums mit einer Landschaft, die geradezu dafür geschaffen zu sein scheint, um Ruhe zu finden auf Wegen, die statt touristischer Überreizung dem Geist den Freiraum bieten, den er braucht. Die ebenfalls in großer Zahl noch immer sichtbaren Hinterlassenschaften der Kelten und der liebevolle Hang der Iren zu allerlei Mystischem tun ihr übriges, um auf dieser Insel neben fantastischen Ausblicken auch erkenntnissreiche Einsichten erlangen zu können.

Mag sein, dass Irland noch immer unter dem schlechten Ruf leidet, ein ständig verregnetes Eiland zu sein, bei dem man keinesfalls trockenen Fußes von A nach B gelangen kann. Ganz von der Hand zu weisen ist dieses (Vor-)Urteil nicht. Allerdings ist, wie so oft im Leben, auch das eine Sache der Betrachtungsweise. So hat etwa der Literaturnobelpreisträger Heinrich Böll in seinem vor genau 60 Jahren erschienen „Irischem Tagebuch“ schon gewusst: „Der Regen ist hier absolut, großartig und erschreckend. Diesen Regen schlechtes Wetter zu nennen, ist so unangemessen, wie es unangemessen ist, den brennenden Sonnenschein schönes Wetter zu nennen.“ (Susanne Holzapfel)

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Pilgern: Der Weg ist das Ziel

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