Wege im Erzbistum München und Freising Pilgern vor der Haustür

30.05.2018

Überfüllte Pilgerherbergen, sengende Sonne und vor allem eine weite Anreise bevor es erstmal losgeht – das sind die Vorstellungen, die viele vom Jakobsweg nach Santiago de Compostela haben. All das muss aber nicht sein, denn Pilgerwege gibt es auch direkt vor der eigenen Haustür.

Pilgern kann man auch direkt vor der eigenen Haustür
Pilgern kann man auch direkt vor der eigenen Haustür © clester clochard - adobe.stock

 

Der bayerische Jakobsweg

Wer auf dem weltbekannten Jakobsweg pilgern will, der muss nicht nach Spanien fliegen. Man kann den Jakobsweg auch direkt vor der Haustür hier im Erzbistum München und Freising beginnen. Es gibt verschiedene Routen. Eine, von der man direkt von München in Richtung Allgäu pilgert. Der Starnberger See und der Ammersee liegen auf dem Weg, im Kloster Andechs kann man nach der entspannenden Mass im Biergarten gegen eine Spende übernachten – falls man einen Pilgerausweis besitzt. Weiter geht es vorbei an unzähligen Kirchen und Klöstern im sogenannten Pfaffenwinkel Richtung Lindau. Jedoch kann man auch in Freising oder Scheyern starten und stößt dann am Ammersee auf die Route. Etwa 2800 Kilometer haben Sie dann nach Santiago di Compostella vor sich – aber auch ohne das Erreichen des großen Ziels macht es Spaß. Eine weitere Route führt südlich des Chiemsees über Miesbach nach Peißenberg.

 

Pilgerwege im Erzbistum München und Freising

In den letzten Jahren wurden im Erzbistum München und Freising viele neue Pilgerwege erschlossen und lang bestehende wieder entdeckt. Eine Übersicht über die Pilgerwege im Erzbistum München und Freising, bietet diese Landkarte.

Am Chiemsee entlang auf den Spuren von Benedikt XVI.
Am Chiemsee entlang auf den Spuren von Benedikt XVI. © Maximilian - adobe.stock

Der Benediktweg

Wer es sportlich mag, für den ist der Benediktweg das Ideale – denn der ist größtenteils sogar mit dem Radl befahrbar. Der 248 Kilometer lange Rundweg auf den Spuren von Papst em. Benedikt XVI. startet und endet in Altötting und führt auch am Chiemsee entlang. Er verknüpft Stationen im Leben von Joseph Ratzinger – von seinem Geburtsort Marktl am Inn bis zu seinen Wohnorten Tittmoning, Aschau am Inn und Traunstein. Der Weg verläuft meist auf ruhigen, gut befahrbaren Wald-, Feld- und Radwegen und auf verkehrsarmen Straßen. Neben reichlich beschaulicher Voralpenlandschaft gibt es immer wieder anderes zu entdecken, von historischen Städten bis zu beeindruckenden Kirchen und Klöstern – natürlich kann man auch nur die Strecke, die im Erzbistum liegt, pilgern.

Traumhafter Blick auf Tittmoning
Traumhafter Blick auf Tittmoning © carinthian-adobe.stock

Der Sankt Rupert Pilgerweg

„Mit St. Rupert, dem Apostel Bayerns, und Maria unterwegs“, ist für Pilger das Motto auf dem Sankt Rupert Pilgerweg. Auch er beginnt in Altötting, geht dann über Halsbach nach Tittmoning zur Rupertkirche. Auf der weiteren Route über Gaden in Waging am See und weiter nach Salzburg kommen die Pilger immer wieder auf den Spuren des Heiligen Rupert vorbei. Kirchen, Feldkapellen, Bildstöcke, Naturdenkmäler, Orte, die Geschichten erzählen und durch ihre Schönheit und weite Aussicht Kraft und Ruhe vermitteln - das alles findet man auf dieser Route. Außerdem kann man sich auf dem Weg die bayerisch-salzburgische Verbundenheit bewusstmachen. Der Legende nach soll Rupert die Marienfrömmigkeit nach Altötting gebracht haben.

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Pilgern: Der Weg ist das Ziel

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