Neue Leitung der Caritas-Aids-Beratungsstelle Pionier der katholischen Aidsarbeit geht in Ruhestand

03.03.2015

Nach 24 Jahren geht der bisherige Leiter der Aids-Beratungsstelle der Caritas im München, Walter Imhof, in den Ruhestand. Seine Nachfolgerin ab 1. März 2015 ist Regina Lange, die zuvor als stellvertretende Leiterin tätig war. Ein Zukunftsprojekt der Beratungsstelle hat Imhof noch mitentwickelt.

Walter Imhof hat die Aids-Beratungsstelle 24 Jahre geleitet. (Bild: Sankt Michaelsbund/Schlaug)

München - Der Sozialarbeiter Walter Imhof hat die Aids-Beratungsstelle der Caritas in München 24 Jahre geleitet. Zuvor war er in der Drogenberatung in Frankfurt tätig, im Rahmen dieser Arbeit hat er seinen ersten HIV-Klienten kennengelernt. In München hat er dann die erste Aids-Beratungsstelle in katholischer Trägerschaft aufgebaut und die Arbeit im Laufe der Jahre an die veränderte Lebenssituation von Menschen mit HIV-Infektionen angepasst.

Es gab wieder Hoffnung“

Zu Beginn seiner Arbeit war die Medizin hilflos, so Imhof im Münchner Kirchenradio. Es habe keine Medikamente gegeben; es sei nur möglich gewesen, Schmerzen zu behandeln. „Da sein“, das wäre das einzige gewesen, was man hätte machen können: „Zuhören, begleiten, oft auch im Sterben“. In den 90er Jahren habe die Medizin unfassbare Fortschritte gemacht, Lebensjahre und Lebensqualitäten könnten gewonnen werden. Da gab es wieder Hoffnung, sagte Imhof weiter. Durch das „länger Leben“ haben sich zunehmend andere Probleme aufgebaut, das Arbeitsfeld hat sich dadurch ausgeweitet: Hilfe bei Rentenanträgen und bei der bei der Krankenkasse waren zum Beispiel gefragt.

Zukunftsprojekt: Wohnen an der Beratungsstelle

Nach 24 Jahren geht Imhoff nun in den Ruhestand. Er ist zuversichtlich, dass die Beratungsstelle weiter auch in seinem Sinne weitergeführt wird. So zum Beispiel soll noch ein Zukunftsprojekt verwirklicht werden: eine stationäre Wohnmöglichkeit für Klienten, angegliedert an die Beratungsstelle. Denn: Klienten, die viele Jahre mit der Infektion und der Krankheit leben, seien psychisch sehr angeschlagen. Hinzu komme noch das Alter. Das Thema HIV ist in bestehenden Altenheime noch mit Vorbehalten belastet. Da sei noch viel Fortbildungsarbeit nötig, so Imhof. Der Bedarf besteht also und das Konzept ist entwickelt, doch es fehlt noch die geeignete Immobilie.

Nachfolgerin ist Kontinuität wichtig

Für die Diplom-Psychologin Regina Lange, die bereits seit zehn Jahren in der Aids-Beratungsstelle arbeitet, ist die Kontinuität des Engagements für HIV-infizierte Menschen besonders wichtig. "Wir wollen weiterhin ein niedrig schwelliges Angebot für Betroffene anbieten." Ein Schwerpunkt der Beratungsarbeit wird die Außensprechstunde im Klinikum Schwabing bleiben. Mit diesem Krankenhaus verbindet die Aids-Beratungsstelle eine langjährige Kooperation. Ein Großteil der Arbeitszeit bleibt der Prävention vorbehalten. (alb/pm/kas)


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