Aschauer Pfarrer geht in den Vatikan Pizza statt Weißwürste

28.07.2017

Gefühlt halb Bayern hat in diesen Tagen nur eines im Kopf: Koffer packen. Die Sommerferien starten. Seine Koffer packt auch Pfarrer Johannes Palus aus Aschau im Chiemgau. Allerdings geht es für ihn nicht in den Urlaub.

Pfarrer Palus mit seinem Dackel Wichtel
Pfarrer Palus mit seinem Dackel Wichtel © SMB/Moser

Aschau – Pfarrer Palus packt nicht nur seine Koffer, sondern auch viele Kartons, er zieht um. Im Herbst tritt er eine neue Stelle an. An sich nichts Besonderes. Doch für Johannes Palus geht es nicht irgendwo hin, er arbeitet künftig im Vatikan. Seine neue Heimat heißt Rom. Für viele ein Sehnsuchtsort. Doch Pfarrer Palus weiß: Für die Sehenswürdigkeiten, das Meer oder auch Ausflüge in die nahe gelegenen Albaner Berge wird nicht viel Zeit bleiben. Zumal im Vatikan auch am Samstag gearbeitet wird. Bereits bei seiner aktuellen Stelle im Urlaubsort Aschau hat er schon gemerkt, dass er Ausflüge in die Berge oder auf die Herreninsel nur gemacht hatte, wenn jemand zu Besuch war.

Im Vatikan wird er im Staatssekretariat arbeiten – „hauptsächlich Verwaltungsarbeit“, sagt er. Texte übersetzen, Korrespondenz erledigen oder auch mal dem Papst bei Audienzen deutsche Pilgergruppen vorstellen. Das werden wohl seine Schwerpunkte in Rom sein. Die ländliche Idylle von Aschau, wo jeder jeden kennt, gegen das Gewusel in den Straßen von Rom einzutauschen,macht ihm nichts aus. Auch wenn er weiß: „Das wird was ganz anderes sein!“ Denn während seines Studiums hat er bereits sechs Jahre in der italienischen Hauptstadt gelebt. Er kennt und liebt das Lebensgefühl, das „Dolce Vita“. Er freut sich bereits auf Spaghetti, Pizza und Co. Auch wenn er seinen jetzigen Wirkungsort mit einem weinenden Auge verlässt.

Rauhaardackel "Wichtel" bleibt in Deutschland

Sieben Jahre war er in Aschau Pfarrer, hat sich gut eingelebt und zahlreiche Freundschaften geschlossen. Die will er trotz einer Wegstrecke von rund 1.000 Kilometern aufrechterhalten. Eine Hilfe dabei sind ihm die zahlreichen Geschenke, die er in den vergangenen Tagen von seinen Aschauern bekommen hat: Kirchenluft in Einmachgläsern oder auch „das halbe Sortiment aus der Auschauer Touristeninfo“, wie Palus es beschreibt. Vieles davon wird ihn auch nach Rom begleiten. Eines aber muss der Geistliche in Deutschland zurücklassen: seinen Rauhaardackel „Wichtel“. „Eine Zweizimmerwohnung in einer Millionenstadt ist einfach nichts für einen Hund“ sagt Palus. "Wichtel" aber kommt gut unter, die Schwester des Pfarrers wird ihn aufnehmen. Noch nicht geklärt ist die Zukunft der Hundehütte, die Palus im vergangenen Jahr von zwei Kollegen bekommen hat. In seiner neuen Wohnung ist dafür kein Platz, vielleicht bleibt sie ja im Chiemgau. Optisch bestimmt die bessere Wahl, denn die Hütte sieht wie eine kleinere Version der Aschauer Kirche aus.

In wenigen Wochen will Palus alles gepackt haben und mit einem Kleintransporter nach Rom fahren. Den etwas chaotischen Verkehr fürchtet er nicht. Darum will er sich später auch einen Roller kaufen und dann mit seinem “Motorino“ durch die "Ewige Stadt" kurven.

Der Autor
Christian Moser
Radio-Redaktion
c.moser@st-michaelsbund.de


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