Schauseite einer Stadt erstrahlt in neuem Glanz Portal der Stiftsbasilika von St. Martin feierlich wiedereröffnet

09.11.2014

Zwei Jahre haben die Restaurationsarbeiten gedauert, jetzt hat Landshut "eine schöne Schauseite zurück". Pünktlich zum Patrozinium von St. Martin wurde das Portal der Stiftsbasilika nun von Monsignore Dr. Franz Joseph Baur in einem Festgottesdienst der Öffentlichkeit vorgestellt.

Feierlicher Auszug aus dem Hauptportal, das in neuem Glanz erstrahl. (Bild: Kiderle)

Landshut – Die Schäden am Portal der gotischen Stiftsbasilika von St. Martin in Landshut waren groß. Mehr als 500 Jahre haben besonders Regenwasser dem Portal zu schaffen gemacht. Auskristalisierte Salze, Schadstoffe, Algenbewuchs und Witterungsprozesse fügten dem Gestein Schaden zu. "Das Salz zerlegte Gestein und Farben regelrecht", sagte Dr. Hans Rohrmann vom erzbischöflichen Ordinariat, Abteilung für kirchliche Kunstpflege. Seit Frühjahr 2012 war das Westportal der Kirche für rund 1,1 Millionen Euro restauriert worden, veranschlagt waren 1,5 Millionen Euro.

Leicht hatte es die zuständige Abteilung für Bauwesen und Kunst des Erzbistums München-Freising nicht. Bereits in den vergangenen Jahrhunderten war am Portal immer wieder aus- und nachgebessert worden. Dabei wurde nicht immer historisch korrekt gearbeitet. Die Farbigkeit bei der Restaurierung in den 1970er Jahren war weitgehend frei entwickelt. Zudem waren Inschriften im Tympanon im 19. Jahrhundert verändert worden, deren Authentizität aus der Erbauungszeit der Kirche fraglich war. "Wir haben uns letztlich entschieden auf Inschriften zu verzichten, da eine originale Überlieferung aus dem 15. Jahrhundert nicht vorhanden ist", so Rohrmann.

Pünktlich zum Patrozinium von St. Martin wurde das Portal nun von Monsignore Dr. Franz Joseph Baur in einem Festgottesdienst der Öffentlichkeit vorgestellt. "Landshut hat eine schöne Schauseite zurück", freute sich der Stiftsprobst. Baur vergas in seiner Predigt nicht auf "das berühmteste und irritierendste Element im Bildprogramm" des Portals einzugehen. Das Tympanon wird dominiert von Christus am Kreuz. An den Enden des Kreuzes ist jeweils eine Hand abgebildet, sie sortiert aus in Rechts und Links. Auf der einen Seite das fromme Kirchenvolk, auf der anderen eine Frauengestalt mit verbundenen Augen - "die Synagoge" – ein Symbol für das Judentum, das Heidnische. Doch dürfe man es nicht als konkrete Nennung einer bestimmten Personengruppe, gar Religion verstehen, so Baur, sondern im zeithistorischen Kontext als Symbol für Verblendung. (Verena Wannisch)


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