Bayern Präsenzgottesdienste an Ostern möglich

25.03.2021

Ostern ist das wichtigste Fest für Christen. Vergangenes Jahr musste auf Gottesdienste verzichtet werden. Nun steht fest: Heuer dürfen sie trotz Corona stattfinden. Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat die Entscheidung begrüßt.

Menschen mit Sicherheitsabstand in einer Kirche
Unter Berücksichtigung der Hygienekonzepte können Ostergottesdienste stattfinden. © mario - stock.adobe.com

München – In Bayern kann es auch zwischen Gründonnerstag und Ostermontag uneingeschränkt Präsenzgottesdienste geben. Zugleich sollen verstärkt digitale Formate angeboten werden. Darauf hat sich die Staatsregierung mit den christlichen Kirchen und dem Landesverband der israelitischen Kultusgemeinden am Mittwochabend verständigt. Am Donnerstag wurde überdies die von der Bund-Länderrunde Dienstagnacht vereinbarte staatliche Bitte um rein virtuelle Gottesdienste während der geplanten "Osterruhe" offiziell zurückgezogen.

Der Leiter des Katholischen Büros Bayern, Prälat Lorenz Wolf, sagte der KNA, für die Präsenzgottesdienste blieben die seit Weihnachten geltenden Regeln mit Abstandsgeboten und Maskenpflicht in Kraft. Die Staatsregierung habe keine weiteren Auflagen verlangt. Allerdings müsse in Kommunen mit einem Inzidenzwert von mehr als 100 die damit verbundene nächtliche Ausgangssperre zwischen 22 und 5 Uhr beachtet werden. Davon betroffen sind vor allem die Gottesdienste in der Nacht von Karsamstag auf Ostersonntag.

Der evangelische Landeskirchenrat empfahl den Gemeinden, das an den Feiern beteiligte haupt- und ehrenamtliche Personal zu testen. Die Kosten für Schnelltests würden von der Landeskirche erstattet.

Marx: "froh und dankbar"

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx äußerte sich erleichtert über die Einigung. Er sei "froh und dankbar, dass wir an Ostern, unserm wichtigsten Fest und Kern unseres Glaubens, in diesem Jahr auch wieder gemeinsam Gottesdienste in Präsenz feiern können". Dabei sei "selbstverständlich, dass wir mit unseren bewährten Schutzkonzepten das Infektionsrisiko weiterhin so gering wie möglich halten". Beim ersten Lockdown vor einem Jahr hatten alle öffentlichen Osterfeiern der Kirchen abgesagt werden müssen.

Die Gottesdienste in der Karwoche und an Ostern aus dem Münchner Liebfrauendom mit Kardinal Reinhard Marx sind  im Münchner Kirchenradio im Livestream zu hören oder über DAB+.
Die Gottesdienste können sie auch auf Facebook live mitfeiern. Danach stehen sie auch auf dem YouTube Kanal von mk online zur Verfügung.

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick sagte, nun könne jeder Ostern feiern, "wie es für ihn am besten ist". Wer wolle, könne den GottIm Erzbistum Bamberg müssen sich Gottesdienstbesucher grundsätzlich vorher anmelden. Der Würzburger Generalvikar Jürgen Vorndran bat die Gemeinden seines Bistums, so zu verfahren, sollten sie mit mehr Teilnehmern als durch die Abstandsregeln erlaubt rechnen. Verboten sind durch seine Verordnung bis 18. April Wallfahrten und Prozessionen. Die traditionelle Karfreitagsprozession in Lohr am Main war schon vor Wochen wie im Vorjahr abgesagt worden.esdienst besuchen, wer lieber zu Hause bleibe, via Livestream oder Fernsehübertragung mitfeiern.

Ostern in Pandemie-Zeiten wichtig

Der Passauer Bischof Stefan Oster sagte: "Gerade Ostern ist das Hoffnungsfest schlechthin. Wir feiern den Sieg des Lebens über das Leiden und den Tod. Das ist doch gerade in dieser Pandemie-Zeit so herausragend wichtig - vor allem für einen gläubigen Menschen."

Der Eichstätter Generalvikar Michael Huber schrieb an die Gemeinden, die Kirchen sollten möglichst während der ganzen Heiligen Woche geöffnet bleiben, "so dass gerade auch Gläubige, die an den liturgischen Feiern nicht teilnehmen können, diese zur persönlichen Andacht aufsuchen können". (kna)

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Corona - Pandemie Ostern Karwoche

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