Diaspora Praktikum im Norden

05.08.2019

Zwei junge Frauen aus dem Erzbistum München und Freising lernen mit dem Bonifatiuswerk Kirche in der Diaspora kennen.

Anna Maria Götzfried und Sofia Marx mit Monsignore Georg Austen, Generalsekretär des Bonifatiuswerkes und Projektreferentin Julia Jesse
Anna Maria Götzfried und Sofia Marx mit Monsignore Georg Austen, Generalsekretär des Bonifatiuswerkes und Projektreferentin Julia Jesse © Meier/Bonifatiuswerk

München – 21 junge Menschen aus elf deutschen Bistümern haben ein Abenteuer vor sich. Sie wollen wissen, wie die katholische Kirche in Nordeuropa und Baltikum tickt und lebt. Deswegen reisen sie mit dem Bonifatiuswerk in den kommenden Wochen nach Schweden, Dänemark, Norwegen, Finnland, Lettland oder Island. Dort lernen sie für einige Monate die katholische Diaspora-Kirche kennen und werden in einer kirchlichen Institution mitarbeiten. Als neues Praktikumsland ist dieses Jahr Estland hinzugekommen. Dort können die Praktikanten die katholische Schule in Tartu aktiv unterstützen.

Damit sie für ihren Auslandsaufenthalt bestmöglich vorbereitet werden, sind sie jetzt zu einem mehrtägigen Seminar in Paderborn zusammengekommen. Außer über Fragen der interkulturellen Kommunikation und der jeweiligen Situation der Katholiken vor Ort tauschen sich die jungen Menschen mit der Projektreferentin Julia Jesse, der Projektkoordinatorin am Newman-Institut im schwedischen Uppsala, Ricarda Clasen, und ehemaligen Praktikanten über ihre persönliche Erwartungen und Anforderungen aus. „In diesen Tagen lernen wir unsere zukünftigen Praktikanten in unterschiedlichen Situationen sehr gut kennen und schätzen. Es ist schön zu erleben, welch hohe Motivation, Begeisterung und Vorfreude mitgebracht werden“, stellt Jesse heraus.

Vor Ort verschiedene Tätigkeiten übernehmen

Aus dem Erzbistum München und Freising zieht es Anna Maria Götzfried und Sofia Marx nach Lettland und Schweden. Götzfried, Studentin der Sozialarbeit, bricht im September Richtung Lettland auf. In Riga wird sie den Dominikanerinnen, einer kleinen Ordensgemeinschaft, die zu den Dominikanerinnen von Bethanien gehört, tatkräftig zur Seite stehen. Ob im Kloster, im Familienzentrum des Roten Kreuzes oder im katholischen Gymnasium, je nach Wunsch, Fähigkeit und Notwendigkeit vor Ort wird sie verschiedene Tätigkeiten übernehmen.

Das St. Birgittenkloster in Vadstena bekommt mit Sofia Marx aus Bad Feilnbach ab Oktober Unterstützung. An das Kloster ist ein Gästehaus mit 20 Betten angegliedert, in dem Gäste aus aller Welt übernachten. Zu Marx’ Aufgaben werden die Betreuung der Gäste und die Unterstützung der Schwestern bei ihrer täglichen Arbeit gehören. „Ich betrachte es als großartige Chance, die katholische Kirche in der Diaspora mitzuleben und zu unterstützen. In unserer Gesellschaft, in der lebendiger Katholizismus seltener zu werden scheint und so mancher Strukturwandel in der Kirche notwendig ist, möchte ich meinen persönlichen Beitrag zu einem Umfeld leisten, in dem unser Glaube auch in Zukunft in Gemeinschaft und mit Freude gelebt und weitergegeben werden kann“, beschreibt Marx ihre Motivation.

„Wir freuen uns, dass Sie mit Ihrem Einsatz die Arbeit des Bonifatiuswerkes unterstützen. Unser Praktikantenprogramm bietet Ihnen die Chance, über den Tellerrand hinauszublicken und Kirche einmal anders zu erleben. Während Ihrer Zeit in Nordeuropa und im Baltikum lernen Sie Menschen kennen, die auf beeindruckende und engagierte Weise ihren Glauben in der Diaspora leben. Sie werden sehen, welch junges, internationales und gastfreundliches Gesicht eine materiell arme Kirche hat. Zugleich werden Sie auch für sich und Ihren Lebensweg wertvolle Erfahrungen und Begegnungen sammeln“, gab der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, Monsignore Georg Austen, den Praktikanten mit auf den Weg und bedankte sich für ihren Einsatz. (Theresa Meier)


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