Bischofsweihe in Würzburg Premiere im Kiliansdom

15.05.2018

Die Weihe des ernannten Würzburger Bischofs Franz Jung rückt näher. Bei einer Pressekonferenz verriet Jung Details zu seinem Wappen und seiner zukünftigen Wohnung.

Bei einer Pressekonferenz im Burkardushaus stellte sich der ernannte Würzburger Bischof Franz Jung den Fragen der Journalisten. Rechts Diözesanadministrator Weihbischof Ulrich Boom.
Bei einer Pressekonferenz im Burkardushaus stellte sich der ernannte Würzburger Bischof Franz Jung den Fragen der Journalisten. Rechts Diözesanadministrator Weihbischof Ulrich Boom. © Kerstin Schmeiser-Weiß (POW)

Würzburg – Die Weihe von Franz Jung am 10. Juni wird die erste eines Diözesanbischofs im nach dem Zweiten Weltkrieg wiederaufgebauten Kiliansdom sein. Der letzte Akt war die Weihe von Joseph Stangl im Jahr 1957, wie der Liturgiereferent des Bistums, Stephan Steger, am Dienstag sagte. Diese fand jedoch in der Neumünsterkirche statt, da der Dom noch nicht wiederaufgebaut war. Die Weihe Jungs wird der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick vornehmen. Konsekratoren sind der Bischof von Speyer, Karl-Heinz Wiesemann, sowie der vorherige Würzburger Bischof, Friedhelm Hofmann.

Aus München kommt Kardinal Wetter

Nicht dabei sein wird der Münchner Kardinal Reinhard Marx, der nach einer Altarweihe an dem Tag nach Rom muss, wie Steger erklärte. Kommen wird der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Nicola Eterovic. Aus Bayern haben sich der Münchner Kardinal Friedrich Wetter sowie die Bischöfe von Eichstätt, Augsburg und Passau angekündigt.

Ein assistierender Priester wird der Generalvikar des Bistums Passau, Klaus Metzl, sein. Mit ihm verbinde ihn eine lange Freundschaft, sagte Jung. Den Niederbayern habe er 1986 im Herzoglichen Georgianum in München getroffen, "den ersten Bayern meines Lebens". Er habe immer irgendwas gesagt "und ich habe es nicht verstanden". Daraus sei eine schöne Freundschaft geworden. Ein weiterer assistierender Priester sei der Prior der monastischen Gemeinschaft von Jerusalem aus Köln, der sich Jung eng verbunden fühlt.

Das Bischofswappen zeigt neben dem rot-weißen fränkischen Rechen zwei silberne Anker auf blauem Grund.
Das Bischofswappen zeigt neben dem rot-weißen fränkischen Rechen zwei silberne Anker auf blauem Grund. © Kerstin Schmeiser-Weiß (POW)

"Hoffnung" als Wahlspruch

Als Wahlspruch wählte Jung "Eine Hoffnung als Anker der Seele" (auf Latein: "spem ancoram animae"), ein verkürztes Zitat aus dem sechsten Kapitel des Hebräerbriefs. Darauf bezieht sich auch sein Wappen, das von Jungs Vater Hans künstlerisch gestaltet wurde. Links oben und rechts unten enthält es den fränkischen Rechen für das Bistum Würzburg. Rechts oben ist ein Anker zu sehen, so wie im Wappen der Heimatstadt Jungs, Ludwigshafen am Rhein. Er ist in den Farben des Bistums Speyer gehalten, Blau und Silber, ebenso ein auf dem Kopf stehender Anker rechts unten.

Jung verwies darauf, dass der Anker eines der ältesten theologischen Symbole für die Hoffnung sei, das sich schon in den römischen Katakomben finde. Gerade in den derzeit bewegten Zeiten sei dies wichtig. Der auf dem Kopf stehende Anker stehe dafür, dass die Hoffnung im Himmel festgemacht sei. "Wenn unsere Hoffnung im Himmel steht, ist es möglich, sich auf Erden zu bewegen." Das gelte auch für die Kirche, in der das, was Volkskirche genannt werde, zu Ende gehe. Außerdem verweise sein Wahlspruch auf das Dokument "Unsere Hoffnung" der Würzburger Synode.

Dauerleihgabe aus Speyer

Als Bischofsstab wird Jung den des verstorbenen Speyerer Weihbischofs Ernst Gutting nutzen. Dieser, eine Dauerleihgabe des Bistums Speyer, sei sei lediglich etwas verlängert worden. Gutting sei ein sehr geistlicher Mensch gewesen, außerdem mit seiner Mutter verbunden, so der neu ernannte Bischof. Es sei auch ein schönes Zeichen, wenn ein Bischofsstab weitergegeben werde. Ring und Brustkreuz von Jung stammten aus dem Nachlass des Münchner Bildhauers Max Faller (1927-2012).

Zudem wurde bekannt, dass Jung nicht in das Würzburger Bischofshaus einziehen wird. Stattdessen wolle er zunächst eine Erdgeschosswohnung im Domkapitelhaus gegenüber bewohnen. Diese sei frisch renoviert und stehe seit einem Jahr leer. Als Grund nannte Jung, dass es derzeit im zweiten Stock des Bischofshauses keine abgeschlossene Bischofswohnung gebe. Dieser Beschluss sei aber nicht endgültig. Wie es dort dann weitergehe, werde er mit dem Domkapitel beraten. Im ersten Stock und Erdgeschoss des Bischofshauses sind Verwaltungsräume.

Treueeid vor Ministerpräsident Söder

Anstelle einer Schwesterngemeinschaft werde sich eine Haushälterin um den Haushalt des Bischofs kümmern, kündigte der bisherige Generalvikar von Speyer an. Diese sei dann für einige Stunden bei ihm angestellt. Der Umzug nach Würzburg ist für Ende Mai geplant. Jung wird am 10. Juni in Würzburg zum Bischof geweiht. Zuvor wird er noch den Treueeid auf Deutschland und Bayern vor Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ablegen. Ein Termin steht bisher nicht fest. (KNA)


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