Rechtsextremismus in Priesterseminar Priesteramtskandidaten sollen politische Einstellung offenlegen

13.08.2013

Als Reaktion auf rechtsextreme Umtriebe im Würzburger Priesterseminar sollen katholische Priesteramtsanwärter künftig ihre parteipolitische Einstellung offenlegen. Das sagte der Leiter des Passauer Priesterseminars, Regens Franz Haringer, dem Internetportal Katholisch.de.

Sollen Priesteramtskandidaten ihre politische Gesinnung offenlegen? ( Bild: Mellimage-Fotolia.com)

Das Portal befragte mehrere Regenten in Deutschland zu den Auswahlkriterien für Priester vor dem Hintergrund der Ereignisse in Würzburg. Laut Haringer müssten Kandidaten bei der Bewerbung künftig zumindest eine Parteizugehörigkeit angeben.

"Gerade nach dem Missbrauchsskandal haben wir uns eher auf psychologische Dinge konzentriert. Zukünftig muss es auch um politische Dimensionen gehen", bestätigte der Paderborner Regens Michael Menke-Peitzmeyer. Der Leiter des Hamburger Priesterseminars, Regens Thomas Benner, erklärte dem Internetportal wichtige Auswahlkriterien. Geprüft werde etwa, ob ein Priesteramtskandidat schon in der Gemeinde aktiv war, ob er kommunikativ, psychisch stabil und intellektuell in der Lage sei, ein Theologiestudium zu absolvieren.

Insgesamt seien die Ansprüche an Priesteramtskandidaten höher geworden, sagte der Berliner Regens Matthias Goy. Früher habe es einfache, kleinere Aufgaben gegeben. "Aber heute muss ein Priester alles können."

Im Würzburger Priesterseminar war es zu rechtsextremen Vorfällen durch drei Seminaristen gekommen. So wurden unter anderem KZ-Witze erzählt, der Hitlergruß gezeigt und ein Konzert der umstrittenen Band "Frei.Wild" besucht. Außerdem riefen die angehenden Priester nach einem "Neger zum Abräumen". Nach einer Untersuchung durch eine externe Kommission mussten zwei Seminaristen die Ausbildung abbrechen. Bei einem dritten ist dies noch nicht entschieden. Er hatte gesagt, den Gegendemonstranten zu einem Nazi-Aufmarsch am 1. Mai in Würzburg gehöre "auf die Fresse gehauen". (kna)


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