Saaldorf-Surheim Primiz am Schulhof

05.07.2021

Wenn in Coronazeiten viele Menschen gemeinsam feiern wollen, müssen kreative Lösungen gefunden werden. So stand der Freiluftaltar für die Primiz von Neupriester Tobias Pastötter auf dem Spielplatz einer Grundschule.

© SMB/Moser

Saaldorf – Neben Klettergerüsten, Rutschen und anderen Spielplatzanlagen war am Sonntag ein Freiluftaltar, zahlreiche Stühle und Bierbänke aufgebaut. Normalerweise verbringen hier die Grundschüler ihre Pause, am Sonntag war es der Ort für den Primizgottesdienst von Neupriester Tobias Pastötter. Große Ahornbäume spendeten Schatten, denn obwohl von Westen dunkle Wolken und auch etwas Wind aufzogen, war es sehr warm.  

Zwei Primizen innerhalb von 6 Jahren

Pastötter kommt aus einer gläubigen Familie, sei aber nicht überfromm erzogen worden, betont er. Sein älterer Bruder Bernhard hat ebenfalls einen geistlichen Weg eingeschlagen, er ist Augustiner Chorherr und hat vor sechs Jahren in Saaldorf seine Primiz gefeiert. Von damals hatte der Festleiter Florian Hintermeier noch alle Unterlagen rund um die Organisation der Feier in einem Ordner gesammelt. Doch schon vor den ersten Treffen war klar, dass vieles davon kaum zu nutzen war. „Kemma des so macha?“, war bei den Vorbereitungstreffen die meistgestellte Frage, so Hintermeier. Auf die aktuellsten Regelungen, die mehr als die rund 500 geladenen Gäste und Dorfbewohner zugelassen hätten, konnten die Organisatoren nicht mehr reagieren, bedauerte er. Tobias Pastötter war aber froh, dass er in diesem Rahmen seinen großen Tag begehen konnte und bedankte sich bei allen, die das Fest trotz der Coronaeinschränkungen so „auf die Beine stellten“.

Neben den Gläubigen aus der Heimatpfarrei St. Martin in Saaldorf sind auch zahlreiche Besucher aus dem Pfarrverband Haar in das Berchtesgadener Land gekommen. Dort war Pastötter 2 Jahre lang im Pastoralkurs, also quasi in der praktischen Vorbereitung für das Priesteramt.

Wegweisender Primizspruch

Festprediger Pater Virgil Steindmüller aus der Erzabtei Sankt Peter in Salzburg ging in auf den Primizspruch des Jungpriesters ein „Alles vermag ich durch den, der mich stärkt.“ „Heißt das, du kannst jetzt alles?“, fragte er Tobias Pastötter. – Ja, irgendwie sollen Priester Alleskönner sein, meinte Steindlmüller weiter. Sie sollen ganz bei Gott sein, aber auch ganz nah am Menschen. Sie sollen Seelsorger sein, aber auch Verwaltungen führen. Auch Priester seien keine Alleskönner, aber du bist gestärkt durch ihn, durch deinen Glauben an Gott, wandte sich der Prediger an Tobias Pastötter.  

Nach dem Festgottesdienst wäre eigentlich noch die weltliche Feier auf dem Plan gestanden. Doch ein gemeinsames Primizessen in der Festhalle war durch die Einschränkungen der Pandemie nicht möglich. Aus der Not hat der Festausschuss eine Tugend gemacht und eine alte bayerische Tradition neu belebt: Jeder Gottesdienstbesucher bekam ein “Bschoaddiache“ überreicht, eine große Stoffserviette, in dem eine kleine Brotzeit – Vinschgerl, Kabanossi, Käse, Apfel und ein Gebäckstück - eingepackt war. So hat doch jeder ein Primizfestessen mit nach Hause nehmen können. 

Der Autor
Christian Moser
Radio-Redaktion
c.moser@st-michaelsbund.de

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Priester

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